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Reaktionen zum Sieg in Hannover: „Das Gefühl ist überragend!“

Doppelpacker: Willi Orban. Foto: Imago

Zwei Tore in einer Partie hat Willi Orban in der 1. Liga noch nicht erzielt. Wie auch! Der Kapitän von RB Leipzig ist Innenverteidiger. Umso mehr freute ihn der Doppelpack beim 3:0 Freitagabend gegen Hannover 96: „Das Gefühl ist überragend!“

Orban erzielte die Treffer zwei und drei in einem Spiel, in dem Hannover 96 zu Beginn mit dem Mut der Verzweiflung spielte. Die Tabellenvorletzten standen tief in der eigenen Hälfte und zwangen so RB Ballbesitz auf, den die Sachsen eigentlich verschmähen. Er kommt ihrem Umschaltfußball nicht zugute.

Machtlos gegen Halstenbergs Elfmeter

Lange hielt Hannover deshalb die Null, was vor allem am starken Keeper Michael Esser lag, der drei Hochkaräter bis zur Pause vereitelte. Gegen den Foulelfemeter von Marcel Halstenberg eine Minute vor dem Pausenpfiff war er aber machtlos. Danach brach der Widerstand der 96iger in sich zusammen.

„Wir haben es auch schon vor dem ersten Tor nicht so gut gemacht“, sagte Esser später. „Wir waren etwas körperlos unterwegs. Wir wollten kompakt stehen, das ist uns am Anfang noch gelungen, dann wurde es wilder.“ Die Gründe dafür fand Hannovers neuer Coach Thomas Doll hauptsächlich bei der eigenen Mannschaft. Ihm mangelte es an Selbstvertrauen und Fitness – im Kopf wie im Körper. Der frühere DDR-Nationalspieler sagte später: „Wir haben 35 Minuten vernünftig, stabil verteidigt. Aber wir haben die Verunsicherung gespürt, meine Spieler hatten wenig Durchsetzungsvermögen. Wir müssen auch an unserem Fitnesslevel arbeiten. Da muss mehr Power rein. Viele Sachen haben einfach nicht geklappt.“

Demme: Es hat sich ausgezahlt, dass wir Standards trainieren“

Doll sagte auch, dass „Leipzig in einer anderen Liga“ spiele. Der Ersatzkapitän der Sachsen sah das ähnlich. Diego Demme fand, dass „wir 90 Minuten überragend gegen den Ball gespielt haben. So wie man das auswärts machen muss.“ RB habe „nichts zugelassen und nach vorn hatten wir unsere Chancen wie immer. Die haben wir gut genutzt.“

Dass RB drei Tore nach ruhenden Bällen erzielte, das erste vom Elfemeterpunkt, die beiden folgenden nach Ecken, ist ein Treppenwitz in Leipzig, seit der Ruch umgeht, dass die Rasenballer Standards nicht können – in beide Richtungen nicht. „Heute“, so Demme, „hat es sich mal ausgezahlt, dass wir jede Woche an den Standards arbeiten.“

Dass Orban zwei Treffer erzielt, war so aber bestimmt nicht geplant.  Der Abwehrchef fand selbst, dass „auch ein bißchen Glück dabei gewesen“ sei. Gerade beim ersten Treffer, der unstrittig war, aber in eine Phase fiel, in der RB zunehmen keine Lücken mehr fand. „Wir haben ein bißchen Geduld gebraucht, Hannover stand mit zwei Viererketten hinten sehr dicht.“

Für den Trainer war das aber nur der eine Grund, warum es mit dem ersten Treffer gegen harmlose Gastgeber so lange gedauert hat. Ralf Rangnick meinte: „Wir hatten in der 1. Halbzeit anfangs nicht genügend Tiefe im Spiel, das haben wir in der 2. Hälfte besser gemacht. Der Torwart hat gut gehalten, dass muss man auch sagen.“ Für den Coach der Sachsen war aber vor allem das Spiel gegen den Ball mal wieder der ausschlaggebende Punkt für die zweite Zu-Null-Auswärtspartie en suite nach dem 4:0 vorigen Sonntag in Düsseldorf. „Heute hatten wir keinen Schwachpunkt in der Mannschaft, ich kann mich an keine Chance der Hannoveraner erinnern.“