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Daumenlutscher Halstenberg: „Beim Elfmeter war ich tiefenentspannt”

Aus Hannover berichtet Ullrich Kroemer
War nicht als provokante Geste gemeint: der Daumenlutscher von Marcel Halstenberg (Foto: imago).

Marcel Halstenberg wird im Jahr 2019 Vater. (Foto: imago).

Im Interview direkt nach dem Spiel berichtet Marcel Halstenberg über seine Rückkehr zu seinem Ausbildungsklub Hannover 96, seine Standardstärke und den Jubel nach dem verwandelten Elfmeter.

Marcel, ein Tor und eine Vorlage machen Sie bei Ihrer Rückkehr zu Ihrem langjährigen Verein Hannover 96 sicher besonders stolz.
Marcel Halstenberg: „Das war ein schönes Spiel heute für mich, gerade wenn man gegen seinen Heimatverein trifft und eine Vorlage macht. Kumpels und Familie waren da, ein durchaus geglückter Abend.”

Elfmeterentscheidung zwischen Halstenberg und Poulsen

Normalerweise schießen Emil Forsberg und Timo Werner die Elfmeter. War klar, dass Sie in deren Abwesenheit schießen würden?
„Yussuf Poulsen und ich haben im Abschlusstraining noch ein paar Elfmeter geschossen. Für mich war danach klar, wer schießt. Ich weiß nicht, ob es für Yussi klar war. (lacht) Ich habe ihm gesagt: Falls es einen Elfmeter gibt, dann werde ich mir den Ball schnappen. Wir haben dann kurz auf dem Feld darüber gesprochen, und er hat ihn mir überlassen.”

Die Situation war nicht einfach, die Fans pfiffen gellend, es dauerte lange, bis der Schiedsrichter den Ball freigab.
„Ich war dann ganz tiefenentspannt. Die Umstände haben mich eher nochmal extra angespornt.”

War für Sie klar, wohin Sie schießen?
„Im Training probiere ich schon andere Ecken aus. In dem Fall war ich mir sicher, dass ich den unten rechts reinhauen möchte.”

Halstenberg: Jubel hatte nix mit hannoveranischen Fans zu tun

Ihr Daumenlutscher-Jubel vor der 96-Fankurve wurde dann im Stadion als Provokation aufgefasst.
„Das hat nix mit den hannoveranischen Fans zu tun. Das war einfach ein Gruß an meine Frau, die schwanger ist. Klar, ist das ein besonderes Ereignis gewesen, gegen 96 zu treffen. Das habe ich mir vorgenommen und erfüllt.”

Auch Ihre Ecken waren heute besonders gefährlich geschossen. Trainieren Sie die gerade verstärkt?
„Nicht besonders oft. Wir haben uns einfach vorgenommen, bei Standardsituationen wieder gefährlicher zu werden und ein, zwei Törchen mehr zu schießen. Nach drei Standardtoren bin ich durchaus zufrieden mit der Mannschaft.”

„Orban grandioser Kopfballspieler”

Gibt es eine Erklärung, warum sich die Mannschaft gerade jetzt mit den Standards belohnt? Sie trainieren das ja bereits die gesamte Saison intensiv.
„Ich hatte heute einfach einen sehr guten Tag mit den Standards. Die sind gefährlich reingekommen. Auch wenn Emil Forsberg auf dem Platz steht, ist das eine zusätzliche Waffe bei Standards. Er braucht nur ein paar Minuten, um einen Assist zu holen. Es freut mich, dass er zurück ist. Heute hatten wir uns vorgenommen, den Zielbereich der Ecken auf den ersten Pfosten zu verlagern. Und mit Willi Orban haben wir einen grandiosen Kopfballspieler, der den Ball zweimal mit aller Wucht reingehauen hat.”

(Das Interview wurde nach dem Spiel in der Mixed Zone aufgezeichnet.)