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Poulsen oder Sabitzer: Wer war Spieler des Spiels in Stuttgart?

Spieler des Spiels in Stuttgart? „Doppelpacker“ Yussuf Poulsen. Foto: imago

Vieles deutet auf Yussuf Poulsen hin. Zwei Tore schoss der Däne beim Sieg in Stuttgart selbst, das 1:0 (6.) und das 3:1 (74.), den zweiten Treffer der Sachsen bereitete er mit einem Gerangel an der Strafraumgrenze vor, aus dem der Däne als Sieger hervorging. Schiedsrichter Felix Zwayer bewertete die Ringereinlage mit Stuttgarts Özan Kabak als Foul an Leipzigs Stürmer, den anschließenden Freistoß zimmerte Marcel Sabitzer kunstvoll in den Winkel (68.).

Poulsen überholt Werner

Für Poulsen war es der fünfte Doppelpack in dieser Saison. Damit hat er, was die Ligaspiele anbetrifft, genauso viele wie Timo Werner, ist an dem Nationalspieler aber in der Gesamtwertung vorbeigezogen. Poulsen hat jetzt zwölf Treffer auf dem Konto, Werner elf. Für Sabitzer war es der dritte Treffer in dieser Saison.

Der „kicker“ hat Poulsen deshalb in seine Elf des Tages gewählt (Print). Für den Dänen ist es das fünfte Mal in dieser Spielzeit. Noch nie in seiner Karriere war er besser. Das belegt auch der Umstand, dass Poulsen gar nicht mal seinen besten Tag erwischt hatte. Wie auch seine Mitspieler zeigte der 24-Jährige eine eher durchwachsene Leistung.

Enge Verhältnisse auf dem Platz

Ralf Rangnick war deshalb vor allem mit der 1. Halbzeit alles andere als zufrieden. Er bezeichnete das Spiel seines Personals bis zur Pause als „Larifari-Gekicke“. RB hatte Glück, bis zum 2:1-Treffer nicht selbst in Rückstand geraten zu sein. Einmal Sabitzer in der Nachspielzeit der 1. Hälfte und einmal Peter Gulacsi vier Minuten vor Sabitzers Freistoßtor bewahrten RB das 1:1, das Steven Zuber nach Poulsens früher Führung vom Strafstoßpunkt erzielt hatte (16.). Zuvor hatte Zwayer ein kontroverses Handspiel von Willi Orban als regelwidrig bewertet.

Die Spieldaten belegen die engen Verhältnissen auf dem Platz: Der Kicker verzeichnete acht Torschüsse auf beiden Seiten, eine Passquote von jeweils 71 Prozent, einen Ballbesitz von 49 Prozent (VfB) zu 51 Prozent und eine Zweikampfquote von 48 Prozent (VfB) zu 52 Prozent.

Nota bene: Für Rangnick war Zubers Tor der 400. Gegentreffer seiner Karriere als Trainer. Und der erste Sieg bei seinem alten Verein. Zuvor hatte Rangnick in elf Spielen beim VfB nur zwei Remis erreicht.

Poulsen auch Leipzigs „Most Involved Player“ (MIP)

Zusammen mit Stuttgarts Steven Zuber war Yussuf Poulsen gemessen an dem Gesamteindruck seiner zwei Treffer, dem einen Assist sowie seiner Beteiligung an den Torchancen des Spiels und seinen Entstehungsphasen (Episoden) der „most involved player“ der Partie. Laut den Daten von read-the-game.com war der Däne in 42 Prozent der Leipziger Torschüsse (drei) involviert und in neun Prozent aller Episoden (*), die zu einer Torchance führten. Ihm folgten auf Leipziger Seite Marcel Sabitzer und Diego Demme (siehe Grafik). Rangnick lobte Poulsen deshalb für seinen Auftritt – und zwar mit einem genüßlichen Blick auf seine gesamte Saison: „Wenn er jetzt schon anfängt, an Tagen, an denen er nicht so gut spielt, trotzdem ins Tor zu treffen, dann sagt das einiges aus.“

Übrigens: Zum vierten Mal schon – so oft wie kein anderer Spieler in dieser Bundesliga-Saison – traf Yussuf Poulsen in den ersten zehn Minuten einer Partie.

 

(*) Wann immer der Ball von einem Team kontrolliert wird, nennen die Experten des Instituts für Spielanalyse (read-the-game.com) diese Phase Episode. Aneinander gereiht und ergänzt mit den Episoden des Gegners sowie der Chaos-Phasen, in denen keine Mannschaft den Ball unter Kontrolle hat, ergibt sich ein detailliertes Bild eines Spiels. Betrachtet und vergleicht man diese Episoden einer Partie mit denen einer ganzen Saison, erhält man ein Profil davon, wie Mannschaften Fußball spielen und zu Torerfolgen kommen. (RBlive/mhe)