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Julian Nagelsmann will Handspiel-Regel verändern

Julian Nagelsmann ärgert sich über die Handspiel-Regel im Fußball genauso wie über falsche Abseitsentscheidungen beim Spiel in Leipzig. (Foto: Imago)

Julian Nagelsmann ärgert sich über die Handspiel-Regel im Fußball genauso wie über falsche Abseitsentscheidungen beim Spiel in Leipzig. (Foto: Imago)

Julian Nagelsmann spricht sich dafür aus, nur absichtliches Handspiel im Fußball zu bestrafen. „Ich finde, dass es nur die Unterscheidung geben sollte, ob ein Spieler seine Hand mit erkennbarer Absicht zum Ball gestreckt hat oder eben nicht“, sagte der künftige Trainer von RB Leipzig dem Kicker (Print).

Julian Nagelsmann kann sich mit der Hand-Regel nicht anfreunden

„Manchmal gibt es Situationen, in denen ein Spieler eine Kurzschlussreaktion hat und auf einmal mit der Hand an den Ball geht. Nur so etwas sollte gepfiffen werden, oder wenn ein Verteidiger bewusst für seinen Keeper den Ball hält. Alles andere, was nicht sofort als Absicht erkennbar ist, sollten die Schiedsrichter laufen lassen.“

Nagelsmann hält das Kriterium „Vergrößerung der Körperfläche“ nicht für geeignet: „Aus Sicht eines Fußballers vergrößern die beiden Arme immer die Körperfläche, denn sie hängen nun mal seitlich am Körper. Das ist anatomisch so – bei allen Menschen.“ Angelegte Arme sind für Nagelsmann „völlig praxisfremd, deshalb bin ich für ein Streichen der Kriterien ‚Arme über Schulterhöhe hinaus‘ und ‚vom Körper abgespreizte oder deutlich abgewinkelte Arme'“.

Nagelsmann unzufrieden mit Abseitsentscheidungen bei Spiel in Leipzig

Beim 1:1 in Leipzig hatte Nagelsmann aber keine Probleme mit der Auslegung der Handspiel-Regel, sondern mit Abseitsentscheidungen des Schiedsrichter-Teams. „Es waren drei Aktionen, bei denen wir alleine aufs Tor laufen von der Mittellinie“, klagte der TSG-Trainer über an der falschen Stelle gehobene Fahnen.

„Ich habe es mit Herrn Brych besprochen, und damit ist das Thema für mich auch erledigt“, zeigte er sich nach der Partie aber auch schon wieder versönlich. Zuvor soll er laut BILD in den Katakomben der Red Bull Arena noch lauthals geschimpft haben: „Mein Gott, mein Gott, mein Gott! Das ist ein Champions-League-Schiri – Wahnsinn!“

Willi Orban will klare Definition von strafbaren Handspielen

Zuletzt hatte wie Nagelsmann schon RB-Kapitän Willi Orban seine Unzufriedenheit mit der derzeitigen Hand-Regel geäußert. „Wir brauchen eine klare Definition, müssen vielleicht auch eine Regeländerung herbeiführen, um da eine klare Linie reinzukriegen. Wir brauchen Klarheit, sonst stehst du jede Woche in den Stadien und musst darüber diskutieren. Als Beteiligter macht das keinen Spaß“, hatte er nach dem Spiel in Stuttgart erklärt.

Beim 3:1-Sieg beim VfB Stuttgart hatte der Innenverteidiger durch ein angeblich absichtliches Handspiel einen Elfmeter verursacht. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte die Szene übersehen und nach Konsultation des Monitors auf strafbares Handspiel aufgrund einer vergrößerten Körperfläche entschieden.

DFB und Orban mit unterschiedlichen Bewertungen

Der DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich hatte die Entscheidung im Nachgang als korrekt bezeichnet. „Beim Sprung zum Ball hat der Leipziger Spieler Orban die Arme weit vom Körper abgespreizt und wehrt den Ball mit dem rechten Arm ab. Felix Zwayer kann den Vorgang nicht erfassen, da ihm der mit zum Ball springende Stuttgarter Spieler Gomez die Sicht auf den Leipziger Spieler Orban versperrt. Bei der Betrachtung der Bilder am Monitor in der Review-Area wird dem Schiedsrichter schnell deutlich, dass die richtige Entscheidung Strafstoß lautet.“

Willi Orban war da deutlich anderer Meinung. „Aus meiner Sicht war das kein strafbares Handspiel. Natürlich hat der Ball die Hand berührt. Aber wenn das ausreicht für einen Elfmeter, …. muss man das akzeptieren. Ich weiß nicht, was die da immer schauen. Bei aller Digitalisierung: Man muss den Fußball auch Fußball sein lassen.“

(RBlive/ DPA)