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Klostermann trifft in Nürnberg – Leipzig klettert auf Rang drei

Aus dem Stadion berichtet Ullrich Kroemer
Satter Schuss: Lukas Klostermann erzielte gegen den 1. FC Nürnberg seinen dritten Saisontreffer (Foto: imago).

Satter Schuss: Lukas Klostermann erzielte gegen den 1. FC Nürnberg seinen dritten Saisontreffer (Foto: imago).

RB Leipzig behält in der Rückrunde auswärts eine weiße Weste. Die Leipziger gewannen auch das vierte Auswärtsspiel in Serie. Vor 34.532 Fans – darunter etwa 2000 Leipziger Auswärtsanhänger – erzielte Lukas Klostermann nach einem Standard das Tor des Nachmittags zum 1:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg.

RB Leipzig hatte auch ohne die kranken Diego Demme und Timo Werner wie erwartet drängend begonnen, agierte zunächst viel über die linke Angriffsseite, wo Konrad Laimer und Marcel Halstenberg wirbelten. Klostermann (2.) und Matheus Cunha (4.) hatten frühe Gelegenheiten, die der sichere FCN-Keeper Christian Mathenia jedoch entschärfte.

Behrens schießt Elfmeter an die Latte

Dennoch hätten die Nürnberger früh in Führung gehen können, weil Schiedsrichter Daniel Schlager nach vermeintlichem Foul von Ibrahima Konaté an Tim Leibold plötzlich auf den Punkt zeigte. Zunächst hatte der Referee noch auf Freistoß entschieden, das jedoch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten zurückgenommen. Konaté hatte gegen Leibold das Bein auf der Strafraumecke stehen lassen (8.).


Doch der Tabellenletzte konnte mit dem Geschenk nichts anfangen. Kapitän Hanno Behrens setzte den Elfmeter mit Überzeugung an die Latte (10.). RB zeigte sich dennoch beeindruckt und hatte keine gute Viertelstunde gegen extrem defensive Gastgeber, die mit zwei Viererketten und davor den beiden Stürmern verteidigten. Nicht selten standen sich 21 Spieler in der Nürnberger Hälfte auf den Füßen, während RB-Torwart Peter Gulacsi die Leipziger Seite für sich allein hatte.

Gefährliche Standards von Halstenberg, dritter Treffer von Klostermann

Doch gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die Leipziger wieder zwingender, kombinierten zielgerichteter und erspielten sich zahlreiche Standards, die, wenn sie von Marcel Halsteberg getreten waren, stets gefährlich wurden. Erst parierte Mathenia einen Distanzschuss von Kevin Kampl, der nach seinem ersten Einsatz nach Verletzungspause gegen Hoffenheim in Nürnberg in die Startelf zurückkehrte (26.). Dann zog Halstenberg einen Freistoß von Halbrechts gefährlich aufs Tor; Mathenia lenkte den Ball gerade noch so an den Pfosten (37.).

Kurz darauf war dann das Defensiv-Bollwerk gebrochen, als der Ball nach Halstenberg-Ecke zu Klostermann gelangte, der genug Platz hatte, um straff abzuziehen (40.). Nach seinen Treffern gegen Bremen und Leverkusen bereits der dritte Saisontreffer des zu Saisonbeginn noch so verunsicherten Rechtsverteidigers. Und nach 11:1-Torschüssen die verdiente Pausenführung für Rasenballsport.

Kaum Torchancen in Hälfte zwei

In der zweiten Hälfte investierten das Team von Interimstrainer Boris Schommers, das sich nie aufgab und ein unangenehmer Gegner war, etwas mehr, sodass RB mehrfach in Bedrängnis klären musste, aber auch etwas mehr Platz nach vorn hatte. Klare Chancen für Nürnberg gab es zwar nicht. Doch auch die Elf von Trainer Ralf Rangnick tat sich in diesem umkämpften Spiel schwer, in dem der Club mit Haken und Ösen verteidigte und auch RB körperlich dagegenhielt.

Laimer, der immer mal wieder über Links durchbrach, wenn Platz war, hatte die beste Szene, als er in den Strafraum zog, jedoch Mathenia aus kurzer Distanz anschoss (56.). Die Abschlüsse des guten Cunha und des in Hälfte zwei stärker werdenden Adams hatten zu wenig Durchschlagskraft. Yussuf Poulsen rieb sich in zahlreichen Offensivzweikämpfen auf, ohne selbst Torgefahr zu erzeugen.

Doch dank einer seriösen Defensivleistung genügte RB Leipzig diese kämpferisch gute, spielerisch ausbaufähige Leistung zu einem Arbeitssieg, der genügte, um Rang drei zu erobern. Nach nun sieben Spielen ohne Niederlage ist RBL weiter klar auf Champions-League-Kurs.