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Ausbootung von Nationalelf-Trio: Ralf Rangnick gibt sich zurückhaltend

Ralf Rangnick betrachtet das Geschehen bei der deutschen Nationalmannschaft mit einer gewissen Distanz. (Foto: Imago)

Ralf Rangnick betrachtet das Geschehen bei der deutschen Nationalmannschaft mit einer gewissen Distanz. (Foto: Imago)

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick hält Kommentare zur jüngsten Personalentscheidung von Bundestrainer Joachim Löw für unangemessen. „Das steht mir überhaupt nicht zu, dazu irgendetwas zu sagen. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, dass jetzt alle, die in der Bundesliga tätig sind, ihre Meinung dazu äußern“, sagte der 60-Jährige.

RB Leipzig ist von Nationalelf-Ausbootungen nicht direkt betroffen

„Ich bin nicht in der Rolle des Bundestrainers. Löw kann man zutrauen, dass er tut, was er für richtig hält“, fügte Rangnick hinzu. Sowieso betreffe es seinen Verein nicht. Mit Timo Werner hat RB Leipzig aktuell nur einen deutschen Nationalspieler. Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann gelten als weitere, aussichtsreiche Löw-Kandidaten.

Klostermann hatte zuletzt erklärt, dass er sich vorerst nur auf die U21-EM konzentriere und in Bezug auf die Nationalelf alles weitere danach komme. Diego Demme wurde nach seinem Debüt vor knapp drei Jahren in der Nationalelf nicht noch einmal eingeladen. Willi Orban, der als Innenverteidiger eine mögliche Alternative zu Boateng und Hummels gewesen wäre, entschied sich kürzlich für das ungarische Team.

Ralf Rangnick hat Verständnis für enttäuschte Bayern-Profis

Jogi Löw hatte unter der Woche die Bayern-Profis Jérôme Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels aus der Nationalmannschaft ausgemustert. Die Art und Weise, wie Löw das tat, sorgte für Kritik. „Er hat das so gemacht, wie er es gemacht und für richtig befunden hat. Die Spieler subjektiv sind natürlich nicht begeistert“, sagte Ralf Rangnick.

Auch weitere Reaktionen aus der Fußball-Bundesliga fielen am Donnerstag zurückhaltend aus. Borussias Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc erklärte: „Ich hab’s natürlich zur Kenntnis genommen. Es ist klar die Entscheidung des Bundestrainers. Ich würde mich ungern dazu äußern.“

Müller und Hummels über Art und Weise der Ausbootung verärgert

Trainer Bruno Labbadia vom VfL Wolfsburg meinte: „Wir Bundesligatrainer tun gut daran, nicht zu Entscheidungen anderer Trainer Stellung zu beziehen.“ Er betonte jedoch: „Jogi Löw hat als Bundestrainer einen riesen Job gemacht. Er trägt die Verantwortung. Ich enttäusche auch jede Woche viele Spieler.“

Die betroffenen Spieler hatten nach der Entscheidung ihre Enttäuschung über das Ende in der Nationalmannschaft kundgetan. „Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, einfach sauer“, ärgerte sich Thomas Müller über den Bundestrainer und den DFB. Auch bei Mats Hummels stieß die Art und Weise der der Entscheidung auf „Unverständnis“.

(RBlive/ mki/ DPA)