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Poulsens Zukunft mit Nagelsmann: „Können uns gegenseitig besser machen”

Von Ullrich Kroemer
Hatte 2019/20 schon zwölf Mal Grund zum Jubeln: Yussuf Poulsen (Foto Imago).

Hatte 2019/20 schon zwölf Mal Grund zum Jubeln: Yussuf Poulsen (Foto Imago).

Bisweilen haben sogar Rote Karten gegen die eigene Mannschaft etwas Vorteilhaftes. Im Falle von Yussuf Poulsen zum Beispiel trug ein Platzverweis nicht unerheblich dazu bei, dass er 2013 überhaupt bei RB Leipzig gelandet ist.

Bei der Verkündung der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit dem dänischen Ausnahmestürmer bis 2022 an diesem Donnerstag erinnerte sich RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick noch einmal an das erste Treffen mit dem damaligen Talent. Das war 2012 bei einem Turnier der U19-Nationalmannschaften in Portugal, bei dem der damals 18 Jahre junge Poulsen mit der dänischen Nachwuchs-Nationalelf dabei war. Genau wie Bruma übrigens bei Portugal.

Rangnick über Yussuf Poulsen: „Unglaubliche Mentalität, tolle Berufsauffassung, sehr guter Charakter”

Dass Poulsens Teamkollege Kenneth Zohore (jetzt Cardiff City) in dem Match früh Rot sah, ließ Poulsens Fähigkeiten noch besser zum Vorschein kommen. „Es war sehr viel Defensivarbeit zu leisten, Dänemark fast die gesamte Spielzeit über nur zu zehnt, und da war schon zu sehen, wie extrem mannschaftsdienlich Yussuf als einer der Stürmer gearbeitet hat“, erzählte Rangnick.

Danach traf er sich mit Poulsen in einem Café und zeigte dem damaligen dänischen Zweitligaspieler auf, wohin die Reise beim damaligen Drittligisten RB Leipzig gehen könnte. „Und wohin die Entwicklung auch für ihn gehen könnte“, betonte Rangnick. „Allzu große Abweichungen gab es nicht.“ Gemeinsam mit den Aufstiegen von RB entwickelte sich auch Poulsen vom Rohdiamanten zu einem der immer teurer werdenden Prunkstücke in der Leipziger Vitrine. Durch die Vertragsverlängerung gehört er aktuell zu den bestbezahlten Spielern bei RBL.

Der Visionär Rangnick schwärmte: „Yussuf ist ein Musterbeispiel dafür, was passiert, wenn bei uns Talent, aber vor allem eine unglaublich gute Mentalität, eine tolle Berufsauffassung und sehr, sehr gute charakterliche Eigenschaften zusammenkommen.“ Besonders hob Rangnick Poulsens Steigerung im Abschluss hervor. „Wir hoffen auf weitere gute Spiele und weitere Yussuf-Tore – gerade in den nächsten Wochen.“

Am besten bereits am Samstag auf Schalke, wenn Poulsen nach einer Wadenverhärtung rechtzeitig fit wird. „Man kriegt gegen Mannschaften, die mit elf Mann vor dem eigenen Tor stehen, nicht mehr Chancen als wir gegen Augsburg herausgespielt haben. Wir hatten genug Chancen, um das 1:0 zu machen. Das haben wir an dem Tag nicht hingekriegt, am Samstag auf Schalke werden wir das anders machen“, kündigte Poulsen an.

Yussuf Poulsen über Julian Nagelsmann: „Können uns zusammen entwickeln“

Rangnick betonte, dass Poulsen auch künftig unter Trainer Julian Nagelsmann eine zentrale Rolle spielen werde. „Wir wollen die Mannschaft, die wir jetzt haben, noch länger zusammenhalten und Yussuf ist ein ganz wesentlicher Faktor. Er ist im Moment gesetzt, inzwischen auch in der 1. Liga zu einem richtigen Leistungsträger geworden“, lobte der Trainer. Direkt in die Gespräche sei Nagelsmann nicht eingebunden gewesen. „Aber wir sind den Kader in der Winterpause planerisch durchgegangen“, sagte Rangnick. Die Personalie sei auch in Nagelsmanns Interesse, „und vor allem im Interesse des Klubs“, sagte Rangnick.

Poulsen selbst freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Trainer-Jungstar. „Nach allem, was ich über Nagelsmann gehört habe, ist er ein toller Typ und Trainer. Hoffentlich können wir viele Jahre zusammenarbeiten“, sagte der Nationalspieler. „Er ist ein junger Trainer, will sich auch weiterentwickeln. Da können wir uns zusammen entwickeln und uns gegenseitig besser machen.“

Videokommentar: Verlängerung mit Poulsen – Aus den Fehlern bei Werner gelernt: