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Deutscher Fußball noch konkurrenzfähig? Vogts sieht auch Überheblichkeit

Berti Vogts findet, deutsche Teams waren mit ihren Aufstellungen in der Europa League auch überheblich. Damit meint er wohl RB Leipzig. Foto: imago

Berti Vogts findet, deutsche Teams waren mit ihren Aufstellungen in der Europa League auch überheblich. Damit meint er wohl RB Leipzig. Foto: imago

Der Zustand des Fußballs in Deutschland steht nach dem Ausscheiden fast aller deutschen Teams aus den internationalen Wettbewerben derzeit zur Diskussion. Für den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts hat das auch mit mangelnder Einstellung zu tun.

Berti Vogts: „Das ärgert mich“

„Das ärgert mich. Man kämpft ein Jahr lang darum, dass man Sechster oder Siebter wird, und setzt dann international fünf, sechs Spieler ein, die in der Bundesliga normalerweise gar nicht spielen“, kritisiert Vogts ein Vorgehen, wie es Ralf Rangnick bei RB Leipzig praktiziert hat. In der Aufstellung einer B-Mannschaft sieht er auch „Überheblichkeit unserer Mannschaften.“ Der RB-Coach hatte aufgrund eines kleinen Kaders viel rotiert und dabei den Spielern der zweiten Reihe vor allem in der Europa League Spielpraxis bieten können.

Umschalten wichtiger als Ballbesitz – Auch Löw enttäuscht

Allerdings nennt Vogts auch sportliche Gründe. „In Deutschland höre ich immer, wie 60 Prozent Ballbesitz gelobt werden. Was ist denn das schon wert? Wichtig ist doch, so schnell wie möglich umzuschalten.“ Das entspricht schon eher der Philosophie von RB Leipzig.

Auch der amtierende Bundestrainer Jogi Löw findet die internationale Bilanz enttäuschend – nicht nur die der Nationalmannschaft. „In der Europa League hätte man auch erwarten können, dass da einige Teams noch wenigstens im Halbfinale stehen“, so der Bundestrainer auf der DFB-Pressekonferenz. Zur Verbesserung des des Fußballs in Deutschland machte er Vorschläge, die Ausbildung der Spieler im kognitiven Bereich zu verbessern.