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Auf Bewährung: Frahn darf nach Hooligan-Gruß wieder spielen

Daniel Frahn darf für den Chemnitzer FC wieder auflaufen. Foto: imago

Daniel Frahn darf für den Chemnitzer FC wieder auflaufen. Foto: imago

Daniel Frahn darf nach seinem umstrittenen T-Shirt-Jubel in Gedenken an einen verstorbenen Rechtsextremen aus der Chemnitzer Fanszene wieder spielen.

Sperre für Daniel Frahn auf Bewährung ausgesetzt

Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes sperrte den 31 Jahre alten Top-Torjäger der Regionalliga Nordost zwar für insgesamt vier Spiele. Nachdem Frahn durch eine vorläufige Sperre per einstweiliger Verfügung des NOFV aber bereits zwei Spiele verpasste und die weiteren beiden zur Bewährung für ein Jahr ausgesetzt wurden, kann er im ersten Heimspiel nach dem Vorfall am kommenden Samstag gegen Budissa Bautzen wieder spielen.

Daniel Frahn war die Bedeutung in der Nazi-Szene „nicht bewusst“

Der Stürmer hatte bei einem Torjubel ein T-Shirt gezeigt, das dem verstorbenen Gründer der Hooligan-Gruppe „HooNaRa“ (Hooligans, Nazis und Rassisten) Thomas Haller galt. Anschließend entschuldigte er sich zunächst bei seinem Verein. „Im Austausch mit unseren Fans habe ich eines Tages auch Thomas Haller kennengelernt. Mir persönlich gegenüber ist er nie politisch geworden“, so Frahn in der Stellungnahme auf der Website des Chemnitzer FC. Auf Instagram folgte ein persönliches Statement.

„Ihr habt euch sicher gefragt ‚warum meldet der sich nicht, warum sagt er nichts zu seiner Aktion, den Hintergründen, zu dem was jetzt alles geschrieben/gesagt wird?‘. Ich brauchte einfach die Zeit, um mich zu sammeln.
Als aller erstes möchte ich klarstellen, dass ich KEIN Symphatisant eines Neo-Nazis bin! Auch teile ich diese politische Einstellung NICHT und trage auch keine rechten Gedanken in mir.
Das Shirt, dass ich hoch gehalten habe, diente nicht dazu, ein politisches Statement zu setzen. Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Shirt so tief in der Neo-Nazi Szene verankert ist.
Dafür möchte ich mich aufrichtig und ehrlich entschuldigen.
Ich stehe für Respekt, Offenheit, Meinungsfreiheit und Toleranz. Viele meiner Freunde kommen aus den verschiedensten Ländern dieser Welt und vor allem meine Familie mit Migrationshintergründen-Tante,Cousins und deren Familie- liebe ich über alles!
Ihr sollt wissen, und die die mich kennen wissen das, ich bin KEIN Nazi und werde es auch NIE sein!“

Das Shirt wurde ihm am Spielfeldrand von einem Vereinsoffiziellen überreicht. „Ich weiß, dass dieses T-Shirt verkauft wurde, als Thomas Haller erkrankt ist, um die medizinische Betreuung zu gewährleisten. Daher hatte das Shirt für mich eine andere Bedeutung. Dass dieses T-Shirt so tief in der Nazi-Szene verbreitet ist, war mir dabei nicht bewusst“, erklärt Frahn.

2015 absolvierte Frahn nach 154 Spielen im RB-Trikot seine letzte Partie gegen Greuther Fürth, danach ging es für ihn über den FC Heidenheim zum Chemnitzer FC.

Geschäftsführer tritt zurück, Stadt Chemnitz distanziert sich

Beim 4:4 gegen die VSG Altglienecke räumte allerdings auch der Chemnitzer FC Fans und Hinterbliebenen gemeinsame Trauer ein, weswegen der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Uhlig im Anschluss alle Ämter niederlegte. Die Stadt Chemnitz distanzierte sich außerdem von den Beileidsbekundungen. Man habe „die Ereignisse am Rande des Regionalligaspiels des CFC mit Befremden und Unverständnis zur Kenntnis genommen“, teilte die Stadt mit.

(mit dpa)