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Auf Europa-Kurs: RB Leipzig schlägt Wolfsburg 2:0

Aus dem Stadion berichtet Martin Henkel

Eskorte für RB-Torschütze Kevin Kampl im Spiel gegen Wolfsburg. Foto: Imago/Eibner

Fünf Spiele noch bis Saisonende – und RB Leipzig geht mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung auf Rang fünf in den Endspurt um die vier Tickets für die kommende Champions League. Einem 2:0 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag sei Dank, das der Tabellendritte durch zwei frühe Tore auf die Spur brachte. Kevin Kampl traf nach 16 Minuten, Timo Werner in der 28. Minute. Damit war die Partie früh entschieden.

Mukiele ersetzt Orban

Kommende Woche geht es für die Sachsen nach Gladbach. Die Partie gegen den Tabellenfünften könnte eine Vorentscheidung herbeiführen, denn in der Verfassung der letzten Wochen ist RB kaum zu schlagen. Der Sieg gegen den VfL war das 13. Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage.

Wolfsburg etwa kam als Sechster an das Elsterflutbecken, ausgestattet mit Spielern, die sich diese Saison stabil in den Europapokalplätzen aufhalten. Trotzdem sahen sie gegen die Hausherren bis zur Halbzeit kaum einen Stich. Leipzig erwartete sie mit einer Dreierkette, die Trainer Ralf Rangnick aufgrund des Ausfalls von Abwehrchef Willi Orban (fünf Gelbe Karten) mit Nordi Mukiele, Ibrahima Konaté und Lukas Klostermann bestückte. Auf die Flanken stellte der RB-Coach Konrad Laimer und Marcel Halstenberg, davor agierten Kampl, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg, Matheus Cunha und Timo Werner.

Leipzig hatte die Partie schnell im Griff, eine Viertelstunde wurde der Gegner studiert, dann zogen die Sachsen das Tempo an. Nach 16 Minuten stand es 1:0, Kampl legte sich eine Vorlage von Mukiele auf halblinks zurecht und schoss den Ball mit dem schwächeren linken Fuss ins lange Eck.

Zwölf Minuten später erhöhte Werners Stirn auf 2:0. Sabitzer schlenzte eine Flanke in den Wolfsburger Hinterhof, am langen Toreck entfleuchte der Nationalspieler seinem Gegenspieler Knoche und köpfte aus kurzer Distanz an Wolfsburgs Ersatzkeeper Pavao Pervan vorbei ins VfL-Netz.

Gulacsi klärt mit der Faust

Es war alles so leicht, weil Wolfsburg die RB-Elf nicht in den Griff bekam. Die Leipziger waren löauffreudig, bissig in den Zweikämpfen, diszipliniert im Gegenpressing und virtuos in den Kontern. Das einzige Problem kam aus dem Kopf. Das 2:0 machte schludrig, weshalb der VfL gegen Ende der Partie doch noch zu Torchancen kam. Konaté verlor in der 33. Minute im Aufbau den Ball, Admir Mehmedi war plötzlich frei. RB-Keeper Peter Gulacsi versperrte ihm aber den Weg, der Spielmacher der „Wölfe“ musste sich deshalb den Ball vorbeilegen. Es misslang ihm, der Ball trudelte ins Toraus.

Im Anschluss kamen die Gäste weitere zwei Mal vor den Leipziger Kasten, einmal aber klärte Gulacsi mit der Faust vor Wout Weghorst, einmal Halstenberg mit der Hacke vor dem einschussbereiten Niederländer (38., 40.). Das war‘s für Halbzeit eins.

Halb zwei begann furios: Konter RB über Halstenberg in der 46. Minute, der spielte im Zentrum Werner an, von dessen Fuß sprang der Ball über Pervans Hand ins Tor. Das 3:0 – Jubel bei den 41.212 Zuschauern. Schiedsrichter Daniel Sieberts Pfiff signalisierte aber nicht den dritten Anstoß für Wolfsburg, sondern Abseits. Werners Knie hatte in die verbotene Zone geragt.

Der Treffer hätte Wolfsburg zu Boden geschickt, so aber blieben die Gäste am Leben. Mit Daniel Ginczek als neuem Stürmer ging Trainer Bruno Labbadia All-in, setzte alles auf Attacke. Mit Erfolg beinahe, als Weghorst in der 51. Minute eine Flanke auf den Fuß bekam: Sein Schuss landete aber in Gulacsis Handschuhen.

Doppelte Chance für Wolfsburg

Wolfsburg war nun auf Augenhöhe. Der Angriffsmodus bedeutete aber auch: anfällig für Konter zu sein. Und Konter kann RB besser als jeder andere Bundesligist. In der 67. Minute bekam Cunha einen vor die Füße, er zielte aber genau auf Pervans Bauch. Zwei Minuten die nächste Chance für RB: Werner schoss knapp über das kurze Eck.

Wolfsburg hatte seine Chancen aber auch. In der 79. Minute doppelt. Erst köpfte John Anthony Brooks Gulacsi an, den Abpraller brachte Joshua Guilavogui zurück aufs Leipziger Tor, wieder aber war Leipzigs Schlussmann zur Stelle, der damit die letzte Gelegenheit für Wolfsburg zu einem Tor in diesem Spiel entschärfte. Die restlichen zehn Minuten gehörten nämlich Leipzigs Offensive: Werner hatte das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Pervans Fuss (84.), wenig später traf Forsberg ins Tor, stand aber auch im Abseits, beim nächsten Angriff schoss Werner an den kurzen Pfosten (86.). Sekunden vor dem Ende hatte dann Winterzugang Emil Smith Rowe seine erste Torszene im Dress von RB Leipzig. Seinen Schuss lenkte Pervan aber über die Latte.