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Christian Beeck: „Jeder Verein ist ein kleines RB Leipzig“

Ex-Union-Manager Christian Beeck. (Foto: imago images / Steffen Beyer)

Ex-Union-Manager Christian Beeck. (Foto: imago images / Steffen Beyer)

Union Berlins Ex-Manager Christian Beeck sieht wenig Unterschiede im wirtschaftlichen Bereich zwischen Vereinen wie Leipzig oder Leverkusen und dem Rest. „Am Ende ist jeder Verein ein kleines RB Leipzig. Andere geben Geld, um den zukünftigen Erfolg vorzufinanzieren“, erklärt er im Interview mit BILD.

Union Berlin leiht sich Geld von Quattrex

Hintergrund sind Geschäfte von Union Berlin, die sich bei der Investmentfirma Quattrex, in der auch Stuttgart-Präsident Wolfgang Dietrich seine Finger im Spiel hatte und laut Kicker „mittelbar“ immer noch beteiligt ist. Von Quattrex soll sich Union über sechs Millionen Euro geliehen haben, die bis 2026 zurückgezahlt werden müssen. Der Investor profitiere dabei vor allem von TV-Erlösen. Ein ähnliches Modell hatte Union in der Vergangenheit bereits mit Michael Kölmel, dem ehemaligen Besitzer der Red Bull Arena praktiziert.

Sich auf dem Kapitalmarkt zu bedienen, sei „nichts Schlimmes“, so Christian Beeck weiter. Dass Union sich selbst zu dem Thema kaum äußere, liege daran, dass „es nicht zur DNA des Vereins passt, sich der Kommerzialisierung hinzugeben. Aber bei Union sollte man dann hinter dem Thema Kommerz mal einen Haken machen.“

Aufstiegsdruck für Union wegen wirtschaftlicher Lage?

Dass Union auf diese Form des „Risikoinvestments“ zurückgreift, hat für Christian Beeck den Grund, dass „keine Bank der Welt dir als Zweitligisten Geld leihen wird“. Mit dem Quattex-Geld sei aber auch Erfolgsdruck verbunden. „Union soll die gesamte Summe schon abgerufen haben. Heißt, du brauchst wieder neues Geld, weil es in den letzten Jahren nicht mit dem Aufstieg geklappt hat. Irgendwie muss auch das Stadion bezahlt werden, und Herr Kölmel bekommt sicher auch noch was – ich glaube, es wäre gut, wenn Union aufsteigt.“

Union Berlin liegt derzeit in der zweiten Liga auf dem dritten Rang und damit auf dem Relegationsplatz. Nach aktuellem Stand würde man zum Saisonende in zwei Partien gegen Stuttgart ausspielen, wer in der Bundesliga antreten darf. Bei nur drei Punkten Rückstand auf den HSV hat Union aber auch noch alle Chancen direkt aufzusteigen. Von Vorteil ist dabei, dass man die Hamburger noch zu Hause empfängt und den direkten Aufstieg so in der eigenen Hand hat.

(RBlive/ mki)