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RB Leipzig will über Hamburg nach Berlin – Rangnick erwartet spielstarken HSV

Vorbericht von Matthias Kießling

RB Leipzig will im DFB-Pokal noch einmal jubeln und ins Finale einziehen. (Foto: imago images / Picture Point LE)

RB Leipzig steht vor einem der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte. Mit einem Sieg am Dienstagabend beim Hamburger SV (23.04.2019, 20.45 Uhr/ Sky, ARD) könnte der Bundesligist zehn Jahre nach der Gründung erstmals in das DFB-Pokalfinale einziehen. In der Titelsammlung der Leipziger stehen bisher ein Oberliga-Titel, eine Regionalliga-Meisterschaft und zwei Sachsenpokal-Siege. Seit 2012 ist der Verein in Sachen Titeln trotz zweier weiterer Aufstiege leer ausgegangen.

RB Leipzig will gegen „gefühlten“ Bundesligisten ins Finale des DFB-Pokal

„Wir sind von allen Halbfinalisten das einzige Team, das im DFB-Pokal bisher gegen drei Bundesligisten gespielt hat“, erinnert Ralf Rangnick an einen nicht gerade leichten Verlauf des diesjährigen Pokalwettbewerbs mit Siegen gegen Hoffenheim, Wolfsburg und in Augsburg. „Wir haben uns gesagt, wenn wir gegen drei Bundesligisten gespielt haben, dann wollen wir auch ins Finale.“ Mit dem HSV hat RB nun immerhin „einen gefühlten Bundesligisten“ als Gegner.

Nach acht Auswärtssiegen am Stück im Jahr 2019 geht RB Leipzig mit viel Selbstvertrauen in die Partie beim Hamburger SV. „Wir wollen ins Finale und jeder im Verein möchte das Ziel mit Nachdruck erreichen“, so Rangnick. Mit dem neunten Auswärtserfolg in Serie würde Rangnick auch einen Vereinsrekord von Peter Pacult einstellen. Der hatte in der Saison 2011/2012 in Regionalliga und Sachsenpokal auch neun Pflichtspiele in der Fremde hintereinander erfolgreich absolviert.

Defensiv- und spielstarker Hamburger SV mit Toptorjäger Pierre-Michel Lasogga

Beim Hamburger SV geht Ralf Rangnick „nicht von einem leichteren Spiel aus“, auch wenn die Gastgeber in der zweiten Liga fünf Spiele hintereinander nicht gewonnen haben. „Sie versuchen gepflegten Fußball zu spielen und sind eine spielstarke Mannschaft, wenn alle Mann an Bord sind. Ballbesitz ist ihnen wichtig“, erklärt der Trainer von RB Leipzig die Herangehensweise des HSV unter Trainer Hannes Wolf. Dabei sieht er auch Parallelen zu Mönchengladbach, wo RB Leipzig zuletzt glücklich mit 2:1 gewinnen konnte.

Dass der HSV noch letzte Saison ein Erstligist war und nächste Saison wieder einer sein will, sieht man auch an dessen Kader, der auf vielen Positionen Erstligaqualität hat, aber dem als jüngstem der zweiten Liga auch noch die Erfahrung fehlt. Die Mannschaft verteidigt als Team sehr gut, ist aber bei Standards zu anfällig. 17 der insgesamt 33 Gegentore kassierte man nach ruhenden Bällen. Geht es um Gegentore aus dem Spiel heraus, dann ist der HSV allerdings mit Abstand das defensivstärkste Team der zweiten Liga.

Pierre-Michel Lasogga half der nicht immer besonders durchschlagskräftigen HSV-Offensive diese Saison bereits mit 13 Treffern in 23 Spielen. Im DFB-Pokal ist er mit sechs Treffern der beste Torschütze im Wettbewerb. Der beste RB-Torschütze ist Timo Werner mit drei Toren.

Hamburger SV gegen RB Leipzig - Teamübersicht.

RB Leipzig setzt auf Balleroberungen und Umschaltspiel

Auch gegen die sehr gute HSV-Defensive will Ralf Rangnick wieder auf die RB-Basisqualitäten, also auf Balleroberungen, Pressing und Gegenpressing setzen. Man müsse Tiefgang im Spiel haben, im Umschaltspiel schnell sein und dann die Qualitäten einbringen, über die man auch am Ball verfüge.

Vor diesen Qualitäten warnte auch HSV-Coach Hannes Wolf vor der Partie Für die Hamburger ist das Spiel im Halbfinale des DFB-Pokal ebenfalls eine große Chance auf ein Endspiel. Ganz offensiv wollte Wolf diesen Traum vor der Begegnung nicht formulieren. Klar war für ihn aber auch, dass ein Erfolg das Ziel ist und dass sein Verein die Partie nicht zugunsten des Aufstiegskampfes in der zweiten Liga abschenken wird. Am Wochenende steht für den HSV im Ligaalltag das wichtige Spiel bei Union Berlin an.

Der Hamburger SV gilt als Zweitligist natürlich den meisten Beobachtern beim Spiel gegen RB Leipzig als klarer Außenseiter und auch die Verantwortlichen des Vereins versuchen sich entsprechend als Underdog zu positionieren. Chancenlos sind sie mit einer guten Defensive und spielerischen Qualitäten und über 50.000 Fans (darunter reichlich 4.300 Leipziger) im Rücken aber lange nicht. „Am Ende zählt nur, dass wir mit allem, was wir haben, ins Finale wollen“, will Ralf Rangnick aber in Hamburg keine Überraschung erleben.