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Oliver Mintzlaff nach dem Pokaleinzug: „Wir sind so jung, wir müssen das erst noch begreifen“

Oliver Mintzlaff hatte nach dem Sieg von RB Leipzig beim HSV allen Grund zur Freude. (Foto: imago images / Picture Point LE)

Oliver Mintzlaff hatte nach dem Sieg von RB Leipzig beim HSV allen Grund zur Freude. (Foto: imago images / Picture Point LE)

Nicht nur die Spieler von RB Leipzig haben ein DFB-Pokalfinale noch nie „von innen“ erlebt. Auch der Vereinschef nicht. Oliver Mintzlaff, seit 2017 Vorsitzender des Rasenballer e.V., war deshalb nach dem 3:1 Dienstagabend gegen den Hamburger SV reichlich euphorisch und pries die Entwicklung der Mannschaft.

Vor zehn Jahren noch 5. Liga

Herr Mintzlaff, im zehnten Vereinsjahr schafft es ihr Klub ins Pokalfinale. Was bedeutet Ihnen das?
Für uns ist das unfassbar, wir müssen das erst noch begreifen als so junger Verein. Vor zehn Jahren waren wir ja noch in der 5. Liga.

Das Team ist seit 15 Spielen ungeschlagen und hat im dritten Bundesligajahr die zweite Qualifikation für die Champions League so gut wie sicher. Was hat die Mannschaft, was andere nicht haben?
Sie ist jung, trotzdem schon sehr reif und hat einen exzellenten Trainer. Wir haben immer gesagt, dass wir eine Mannschaft wollen, die entwicklungsfähig ist. Mit der wir einen langen Weg gehen wollen. Dass wir jetzt im Finale sind und so gut wie in der Champions League zeigt, wie stark und reif das Team mittlerweile ist. Dazu gehört natürlich auch ein Trainerteam, das weiß, was es will.

Das Finale ist nicht viel wert, wenn RB es nicht gewinnt.
Das ist so. Wir fahren nach Berlin, um zu siegen Das ist jetzt unser Anspruch. Eintracht Frankfurt hat voriges Jahr gezeigt, dass man auch als Underdog gewinnen kann, sofern denn die Bayern unser Gegner werden.

Reif wie nie

Gewinnt die Mannschaft am Wochenende gegen Freiburg, dann ist die Königsklasse sicher. Und Sie können mit der Kaderplanung ins Detail gehen. Wie helfen dabei Erfolge wie der gegen den HSV?
Wir müssen nicht mehr viel Werbung für unseren Verein machen. Ich denke, wir sind ein extremst attraktiver Klub. Wir bekommen ab nächster Saison den nächsten fantastischen Trainer, spielen international, Leipzig ist eine attraktive Stadt und hat, wie man heute sehen konnte, eine fantastische Fankultur. Wir haben viel in der Waagschale und sind deshalb nicht der schlechteste Standort.

Vater des Erfolgs ist der Trainer. Wie nehmen Sie Ralf Rangnick gerade wahr?
Sehr gelassen. Wir haben immer gesagt, dass ist kein Übergangsjahr, sondern wir entwickeln die Mannschaft weiter. Ralf hat das mit einer sehr angenehmen Ruhe gemacht. Auch wenn es am Anfang etwas holprig war, wir wussten immer um die Qualität des Kaders und wissen auch, dass Ralf einer der besten Trainer Deutschlands ist. Deshalb hatten wir Ruhe im Verein. Und der Trainer hat mit dieser Ruhe die Mannschaft zusammengefügt. Ich denke, so ein reifes Teamgefüge hatten wir noch nie. Deswegen spielen wir momentan den attraktivsten Fußball in unserer Klubgeschichte – trotz der Vizemeisterschaft im ersten Bundesligajahr.

Der Coach übergibt im Sommer an Julian Nagelsmann. Mit Wehmut?
Mich würde es wundern, wenn Ralf jetzt nicht denkt: ‚Das ist jetzt schon geil!‘ Jeder hätte mit dieser Mannschaft gerade sehr viel Spaß. Aber Ralf hat sich entschieden, Sportdirektor zu sein. Und die Aufgabe, die danach auf ihn wartet, ist genauso spannend. Dann werden wir einen hochtalentierten jungen Trainer haben und einen sehr erfahrenen Sportchef. Das wird uns noch erfolgreicher machen.

(RBlive/mhe, aufgezeichnet in der Mixed Zone)