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Mintzlaff über Zwist mit Rangnick: „Es wäre fatal zu sagen: Du Ralf, such‘ dir einen anderen Job!“

Bragantino willst du? Oliver Mintzlaff (l.) und Ralf Rangnick. Foto: Imago/Sven Simon

Oliver Mintzlaff, Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer von RB Leipzig, hat sich am Sonntagabend bei der Sendung Sky90 unter anderem zu seinem Verhältnis zu Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick geäußert. Er widersprach Berichten, wonach es ein Zerwürfnis zwischen den beiden zentralen Figuren im Verein gebe. „Unser Verhältnis ist konstruktiv gut und vertrauensvoll“, versicherte der frühere Manager des Trainers. „Daran hat sich nichts geändert.“

„Ralf hat das hervorragend gemacht“

Unter der Woche hatte der „kicker“ von einem Disssenz der zwei über Rangnicks künftige Aufgabenverteilung berichtet, der nach der Saison wieder auf den Posten des Sportdirektors zurückkehren wird. Angeblich will Rangnick sich verstärkt um die Belange der New York Red Bulls und des brasilianischen Aufsteigers RB Bragantino kümmern, den Red Bull erst vor kurzem ins Portfolio aufgenommen hat.

Diese Jobs hatte bislang Mintzlaff erledigt. Dass der Männerbund dadurch in Gefahr sei, bestritt der 43-Jährige aber vehement. Zum wiederholten Male pries er Rangnicks Leistung als Übergangstrainer bis zur Ankunft von Julian Nagelsmann in dieser Saison. „Wir haben deutlich outperformed. Das konnte ich mir vor der Saison nicht vorstellen. Ralf hat das hervorragend gemacht.“

Um zu verdeutlichen, wie die Zusammenarbeit zwischen Vereinsführung und Trainer in den letzten Monaten gewesen ist und welche Baustellen sich aufgetan haben, holte Mintzlaff weit aus. Er schilderte noch einmal die Situation mit Ex-Trainer Ralph Hasenhüttl vergangenen Sommer, wieso man sich um Nagelsmann bemüht habe und warum Rangnick letztendlich doch nochmal den Übungsleiterjob übernahm, obwohl der zuerst nicht wollte. „Das war intensiv“, so Mintzlaff. „Er hat Teile der Sportdirektion mitgemacht. Wir haben ihn unterstützt, dann haben wir mitten in der Saison Jochen Schneider verloren“, der zum FC Schalke in den Vorstand gewechselt ist.

Rangnick sieht Zukunft in Leipzig

In dieser Zeit, so der Vereinschef weiter, habe man „immer mal leicht über die Zukunft gesprochen.“ Und da könne er nur versichern: „Wir haben keinen Dissenz. Wir haben extremst offene und harmonische Gespräche. Und nach dem Pokalfinale werden wir sehen, wie sieht die Struktur aus.“

Sprich: „Wie ersetzen wir Jochen Schneider?“ Mit Markus Krösche, sportlicher Leiter beim Zweitligisten SC Paderborn, wie unter der Woche vermeldet wurde, dementierte Mintzlaff nicht. Bestätigte aber auch nichts. „Wir haben noch keinen Vertrag unterschrieben und kommentieren erst Namen, wenn wir was unterschrieben haben. Und dann werden Ralf und ich uns hinsetzen und uns fragen: Wie gestalten wir das Ganze? Was sind seine Vorstellungen? Aber ich kann vorwegnehmen, das werden sehr harmonische Gespräche.“

Rangnick hat noch zwei Jahre Vertrag. Mehr aber noch als sein Arbeitspapier bindet den 60-Jährigen die geleistete Arbeit an den Verein. Er ist das Mastermind des Tabellendritten, was auch Mintzlaff noch einmal verdeutlichte, der dabei aber seinen Arbeitsbereich von dem Rangnicks abgrenzte – Sport auf der einen Seite und das operative Geschäft des Vereins auf seiner. „Er ist der sportliche Motor. Er hat uns nicht nur in die Champions League geführt, er hat die sportlichen Leitplanken und Eckpfeiler gesetzt und die Strukturen im Sportbereich aufgebaut. Es wäre fatal, zu sagen: Du Ralf, such dir mal einen anderen Job. Um Gottes Willen! Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Rangnick hat ebenfalls keine Pläne, zu gehen. „Ich sehe meine Zukunft ganz klar in Leipzig“, hatte er vor dem späteren 0:0 gegen die Bayern gesagt und wie auch Mintzlaff von „harmonischen und konstruktiven Gesprächen“ gesprochen. Dabei sei es um „mein Arbeitsfeld in der kommenden Saison und ob das gegebenenfalls erweitert wird“ gegangen. Kurzum, kein Zwist, kein Dissenz. „Es ist alles gut!“

(RBlive/mhe/mit Sky)