Johannes Stolle, Bassist der Pop-Band Silbermond, hat sich in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung auch über RB Leipzig geäußert.

Silbermond-Bassist: Sachsen-Pop, aber Bayern-Fan

Die Band aus dem ostsächsischen Bautzen, die gerade erst mit „Mein Osten“ ihre Heimat thematisierten, habe eigentlich mit dem ostdeutschen Fußball nicht viel am Hut. Stolle ist schon immer Bayern-Fan gewesen und wurde weder mit Budissa Bautzen, noch Dynamo Dresden richtig warm. Auch für RB Leipzig habe er emotional nicht viel übrig. „Ich finde den Klub fußballerisch richtig gut“, fügt er aber hinzu und wundert sich über zweierlei Maß, an dem RB häufig gemessen wird. „Schauen Sie nur mal nach Wolfsburg oder nach Leverkusen. Die haben auch große Konzerne im Rücken, die Geld ohne Ende in die Mannschaften pumpen könnten.“

Stolle: „Sündenbock wie RB Leipzig hat es doch schon immer gebraucht“

Das liege aber generell am Ärger der Fußballfans über die Entwicklung des Geschäfts. „Natürlich befremdet auch mich der Fußball inzwischen sehr stark“, so Stolle. „Dem Fan wird auf eine recht unsympathische Art vermittelt, dass über all dem einfach nur Geldmacherei steht. Ich merke auch in meinem Umfeld, dass wir langsam anfangen, Fußball im Fernsehen zu boykottieren, weil wir eben nicht noch mehr Geld dafür ausgeben wollen. Das ist aber ganz unabhängig von RB Leipzig.“ Einen Sündenbock wie RB Leipzig habe es schließlich „doch schon immer gebraucht, an dem der Fan seinen Ärger ablassen kann“, sagt Stolle. Und findet, dass der Verein dem Umfeld nur gut tun. Auch durch soziale Projekte und das Engagement für Benachteiligte.

(msc)