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„Pokalfinale im Vordergrund”: Wie sich RB seit drei Wochen auf den Tag X vorbereitet

Schinden für den Pokaltitel: Ralf Rangnick und seine Athletiktrainer (Foto: imago/Picture Point LE).

Schinden für den Pokaltitel: Ralf Rangnick und seine Athletiktrainer (Foto: imago/Picture Point LE).

RB Leipzig hat in dieser Saison die meisten Pflichtspiele aller deutschen Klubs absolviert. 50 Partien haben die Leipziger seit dem Start der Europa-League-Qualifikation Ende Juli 2018 gegen BK Häcken in den Beinen. Und zwei kommen noch dazu: Das letzte Ligaspiel bei Werder Bremen, das als Vorspiel dient für das Pokalfinale am kommenden Samstag gegen den FC Bayern München.

Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick war es zum Abschluss dieser Spielzeit noch einmal wichtig auf diese immense Saison-Belastung hinzuweisen. „Wir sind die deutsche Mannschaft, die mit Abstand die meisten Pflichtspiele gemacht hat”, betonte Rangnick. Selbst Europa-League-Halbfinalist Eintracht Frankfurt habe weniger (48) absolviert. Pokalfinal-Gegner Bayern München hat gar vier Partien weniger in den Knochen als die Leipziger. Nicht auszudenken, hätte RB auch noch in der Euro League überwintert.

Zahl der Pflichtspiele 2018/19
(inkl. 34. Spieltag und Pokalfinale)
Verein
52 RB Leipzig
49 Eintracht Frankfurt
48 Bayern München
46 FC Schalke 04
45 Borussia Dortmund
45 Bayer Leverkusen
42 TSG Hoffenheim
39 Werder Bremen

Separate Trainingssteuerung für die letzten vier Wochen

Damit Rasenballsport nun im ersten großen Finale der Klubgeschichte nicht die Luft ausgeht, lässt Rangnick die Belastung seines Kaders penibel steuern. Und das, seitdem die Qualifikation für die Champions League fix ist. „Nach dem Spiel gegen Freiburg haben wir eine separate Trainingssteuerung für die letzten drei, vier Wochen geplant”, erklärte Rangnick. „Das werden wir bis zum Pokalfinale konsequent durchziehen.”

Heißt konkret: Rangnick analysierte gemeinsam mit Athletiktrainern, Assistenten und der medizinischen Abteilung genau, wie viele Einsätze jeder einzelne Spieler in den vergangenen Monaten absolviert hat. „Wir haben uns für jeden einzelnen gefragt: Was macht Sinn, lassen wir ihn alle Einheiten mitmachen, belasten wir ihn voll oder braucht er hier und da eine Pause?” Diego Demme und Ibrahima Konaté etwa ließen die Einheit am Dienstag aus und liefen nur ein paar Runden. So entstand ein genau abgestimmter Belastungsplan, um am Tag X – dem großen Finale in Berlin – trotz der hohen Saisonbelastung eine topfitte Elf aufzustellen.

Rangnick: „Haben ganz realistische Siegchance”

„Wir brauchen einen perfekten Tag”, sagte Rangnick. „Genau darum geht es, die Mannschaft in den nächsten Tagen so vorzubereiten, auf- und einzustellen, dass sie am 25. Mai in der Lage ist, ein perfektes Spiel abzuliefern. Wenn wir das schaffen, haben wir eine ganz realistische Chance, das Spiel auch zu gewinnen.”

Rangnick versicherte gleich mehrfach, dass sein Team die Liga mit einem Sieg in Bremen abschließen wolle, verhehlte aber auch nicht, dass natürlich das Endspiel gegen den Rekordmeister und -Pokalsieger wichtiger ist. „Wir werden das Beste aus diesem Spiel gegen Bremen machen, aber dass für uns das Pokalfinale im Vordergrund steht, ist völlig normal”, sagte Rangnick.

„Ab Dienstag einen Gang im Training hochschalten”

Das wird sich auch in der Trainingsintensität der kommenden Woche zeigen. Während die 16 übrigen Ligakonkurrenten bereits im Urlaub sind, wird am Cottaweg noch einmal scharf trainiert. „Ich gehe davon aus, dass ab nächster Woche Dienstag alle nochmal einen Gang hochschalten werden im Training”, prophezeite Rangnick. „Diese Woche war es sicherlich so, dass keine Verletzungen riskiert wurden. Das ist für mich vor dem Pokalfinale absolut nachvollziehbar”, so der Chefcoach einsichtig. Für die Partie in Bremen ließ Rangnick denn auch durchblicken, dass sicher zwei, drei Stammspieler nicht über die vollen 90 Minuten eingesetzt werden.