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Yussuf Poulsen zur Radikal-Rotation: „Hätte gern länger gespielt”

Von Ullrich Kroemer
Yussuf Poulsen gegen Johannes Eggestein (Foto: imago/Oliver Ruhnke).

Yussuf Poulsen gegen Johannes Eggestein (Foto: imago/Oliver Ruhnke).

Viele Fans von RB Leipzig fühlten sich angesichts der Aufstellung gegen Werder Bremen in die Europa League zurückversetzt. So radikal war die Rotation. Bis auf Konrad Laimer stellte Trainer Ralf Rangnick am letzten Bundesligaspieltag seine komplette B-Elf auf. Im Vergleich zum 0:0 gegen Bayern München brachte der Chefcoach zehn neue Spieler. Rangnick begründete das mit Belastungssteuerung, der Furcht vor Verletzungen sowie der Chance für die Ersatzspieler, sich vor dem Pokalfinale am kommenden Samstag noch einmal zu zeigen. Vor der Partie hatte Rangnick aufgezeigt, wie akribisch er die Belastung seiner Spieler mit Blick auf das Pokalfinale seit drei Wochen leistungsdiagnostisch überwachen lässt.

Yussuf Poulsen hätte sich gern Rhythmus geholt

Doch das Ausmaß der Rotation überraschte offenbar auch einige Stammkräfte. „Ich will immer spielen, hätte gern länger gespielt, weil ich ein paar Spiele wegen Krankheit vor zwei Wochen verpasst habe”, sagte Yussuf Poulsen. Der Angreifer war in der 70. Minute eingewechselt worden und hätte sich gern mehr Rhythmus für das Pokal-Endspiel geholt. „Aber es ist die Entscheidung des Trainers. Ich verstehe schon den Sinn dahinter, habe meine Minuten gekriegt”, sagte Poulsen.

Eine konkrete Begründung des Trainers, warum er nahezu die komplette A-Elf schonte, hatte Rangnick der Mannschaft nicht mitgeteilt. „Er hat uns leider nicht den ganz genauen Grund dahinter gesagt”, so der Däne. RB Leipzigs Rekordspieler mutmaßte: „Die Spieler, die wahrscheinlich nächste Woche spielen werden, haben sich schon gezeigt. Und die anderen, deren Einsätze fraglich sind, hatten heute die Möglichkeit sich zu zeigen.”

Kein Torschuss von Augustin

Das gelang dem Torschützen Nordi Mukiele, Rückkehrer Dayot Upamecano, dem fleißigen Amadou Haidara oder Marcelo Saracchi – bis auf seinen Fehlpass-Patzer vor dem 1:2 – ganz passabel. Anderen wie Jean-Kévin Augustin, der magere 19 Ballkontakte und keinen einzigen Torschuss hatte, oder Matheus Cunha, der nicht gut im Spiel war, weniger.

Ersatzkeeper Yvon Mvogo, der bei Milot Rashicas Elfmeter beinahe noch die Fingerspitzen am Ball gehabt hätte, sagte: „Die A-Mannschaft hat bis jetzt super gespielt, und in diesem Spiel hat der Trainer uns unsere Chance gegeben. Wir haben versucht, sie zu nutzen, es ist uns aber nur ab und zu mal gelungen, unseren Fußball zu spielen”, so der Schweizer selbstkritisch. „Bremen war besser heute und klarer Sieger.”

Poulsen hingegen war sich sicher: „Wäre es das Pokalfinale gewesen, hätten wir das 1:2 nicht gefressen.” (RBlive)