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RB Leipzig vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte: Der Weg ins Pokalfinale

„Let’s start our Anniversary Season!“ titelten RB-Fans zu Beginn der Saison bei Viktoria Köln. Die Jubiläumssaison endet nun mit dem DFB-Pokalfinale in Berlin. (Foto: imago images / Picture Point LE)

Am Samstag steht für RB Leipzig das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte an (25.05.2019, 20 Uhr). Zehn Jahre nach der Vereinsgründung hat der Klub die Chance, erstmals einen Titel in einem bundesweiten Wettbewerb zu erringen. Der letzte Pokaltitel resultiert aus einem 4:2 im Sachsenpokalfinale gegen den Chemnitzer FC im Jahr 2013. In derselben Saison holte sich RB auch den Titel in der Regionalliga. Vor dem Spiel nun in Berlin gegen den FC Bayern im DFB-Pokalfinale hat RB begonnen, die Stadt schon mal mit Plakaten zu erobern. Am Samstag soll das mit mindestens 24.000 Fans im Rücken auch sportlich gelingen.

Auf dem Weg ins Finale hat RB Leipzig drei Erstligisten, einen Zweitligisten und einen Regionalligisten ausgeschaltet. In der ersten Runde tat man sich als Favorit bei Regionalligist Viktoria Köln sehr schwer, fuhr aber nach Pausenrückstand einen verdienten 3:1-Erfolg ein. Yussuf Poulsen, Emil Forsberg und Jean-Kevin Augustin, der in jenen Tagen noch nicht in der zweiten Reihe stand, schossen vor knapp 5.000 Zuschauern die Tore. Marcelo Saracchi opferte sich eine Viertelstunde vor Schluss bei einer Notbremse, die ihm eine rote Karte einbrachte.

RB Leipzig schaltet zu Hause zwei Bundesligisten aus

In Runde 2 empfing RB Leipzig die TSG Hoffenheim mit dem künftigen RB-Trainer Julian Nagelsmann. Beide Trainer setzten auf Fehlervermeidung, aber RB gelingt das in einem Spiel mit wenigen Höhepunkten besser. Timo Werner schießt sein Team vor reichlich 20.000 Zuschauern mit einem Doppelpack in die nächste Runde.

Timo Werner ist der Held der zweiten Pokalrunde. (Foto: imago images / Eibner)

Timo Werner ist der Held der zweiten Pokalrunde. (Foto: imago images / Eibner)

Im Achtelfinale kommt es zur Neuauflage des Duells zwischen RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg aus dem Jahr 2015. Matheus Cunha bringt RB früh in Führung. In der Folge hat Leipzig vor reichlich 21.000 Zuschauern Unmengen an Chancen und guten Umschaltgelegenheiten, verpasst aber die Vorentscheidung. Bestraft wird das von an diesem Tag weitgehend harmlosen und deutlich unterlegenen Wolfsburgern aber nicht.

Verlängerungsdrama und Favoritensieg

Erstmals tritt RB Leipzig in einem Viertelfinale des DFB-Pokal an. In Augsburg tut man sich vor rund 26.000 Zuschauern nach ordentlicher erster Halbzeit nach der Pause schwer. Timo Werner bringt seine Mannschaft nach 74 Minuten trotzdem mit dem einzigen Schuss seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Führung. Augsburg trifft mit dem verdienten Ausgleich in der Nachspielzeit die feierlaunigen RB-Spieler noch mal mitten ins Herz. In der Verlängerung rauft sich Leipzig zusammen, ist das etwas bessere Team und profitiert in der Schlussminute von einem Aussetzer von Michael Gregoritsch. Den fälligen Handelfmeter verwandelt Marcel Halstenberg und verschwindet anschließend in einer bei RB so auch nur selten zu sehenden Jubeltraube, während Oliver Mintzlaff sich direkt nach Schlusspfiff ein Scharmützel mit Augsburgs Stefan Reuter leistet, das er zuletzt im MDR bereute.

Im Halbfinale trat RB Leipzig beim Zweitligisten HSV vor rund 52.000 Zuschauern, darunter über 4.000 Gästefans, als Favorit an. Eine Rolle, der man eigentlich gerecht wird, bis Kevin Kampl einer seiner seltenen Fehler unterläuft, der nach Poulsen-Führung zum 1:1 Mitte der ersten Halbzeit führt. Für 25 Minuten steht der Einzug ins Finale auf der Kippe, bis ein Eigentor von Vasilije Janjičić und ein Treffer von Emil Forsberg für klare Verhältnisse sorgen. Mit „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ feiern Spieler und Fans schließlich das historische Ereignis.

Große Jubeltraube nach dem Einzug ins Pokalfinale. (Foto: imago images / MIS)

Große Jubeltraube nach dem Einzug ins Pokalfinale. (Foto: imago images / MIS)

Bayern tut sich auf dem Weg ins Finale sehr schwer

Im Finale trifft RB Leipzig nun auf Bayern München und ist erstmals im DFB-Pokal in dieser Saison nur Außenseiter. Der deutsche Meister tat sich in dieser Pokalsaison gegen zwei Regionalligisten, einen Zweitligisten und zwei Erstligisten meist schwer. Alle Spiele gewann man mit lediglich einem Tor Unterschied. In er ersten Runde war es ein 1:0 bei Drochtersen/ Assen (1:0/ A). Dem folgte ein 2:1 in Rödinghausen und ein 3:2 nach Verlängerung bei Hertha BSC. Denkwürdig war das 5:4 gegen Heidenheim, als Bayern gegen den Zweitligisten in einem Heimspiel am Rande des Ausscheidens stand. Im Halbfinale gewann der FCB dann in Bremen mit 3:2 und profitierte von einer umstrittenen Elfmeterentscheidung kurz vor Schluss.

Im Pokal trafen RB Leipzig und Bayern München bisher einmal aufeinander. In der zweiten Runde der Saison 2017/2018 schied RB in Unterzahl nach großem Kampf erst nach Elfmeterschießen aus. In der Liga hat RB gegen München bisher einmal gewonnen, einmal einen Punkt geholt und viermal verloren. Am Samstag soll die Bilanz aufgebessert werden, um am Ende des Abends den DFB-Pokal in die Höhe strecken zu können.

(RBlive/ mki)