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Ralf Rangnicks Fußballnetzwerk: Das sind die Standorte von Red Bull Soccer

Red Bull Soccer unter der Führung von Ralf Rangnick. Grafik: RBlive, Fotos: imago/Wikipedia

Red Bull Soccer unter der Führung von Ralf Rangnick. Grafik: RBlive, Fotos: imago/Wikipedia

Seit 2005 hat sich der Brausehersteller Red Bull ein immer größer werdendes Fußball-Imperium aufgebaut, an dessen Spitze seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 RB Leipzig steht. Der frühere Primus RB Salzburg wurde aus der Fußball-Welt abgetrennt, weil Red Bull dort offiziell nur noch als Sponsor auftritt. Insofern ist Ralf Rangnick als «Head of Sport and Development Soccer» für die Standorte in Leipzig, New York und nördlich von Sao Paulo verantwortlich.

RB Leipzig

Beim 2009 gegründeten Verein RasenBallsport Leipzig, der das Oberliga-Startrecht des Leipziger Vorort-Vereins SSV Markranstädt übernahm, begründete der neu verpflichtete Sportdirektor Ralf Rangnick im Jahr 2012 eine neue Zeitrechnung. Seitdem ging es für die Sachsen stetig und steil nach oben, mit Rangnick in Doppelfunktion auch als Cheftrainer schließlich 2016 in die Bundesliga. Dort hat sich RB Leipzig schnell in der Spitze etabliert, erreichte auf Anhieb die Champions Legaue und zuletzt das DFB-Pokalfinale.

New York Red Bulls

Im Jahr 2006 übernahm Red Bull die New York/New Jersey MetroStars und den Startplatz in der Major League Soccer. Der Club erreichte bis auf ein Jahr stets die Playoffs, verlor 2008 das Finale und scheiterte zuletzt fünf Mal in Serie im Halbfinale. Lange gab es außerhalb der Junioren wenig Austausch mit dem Standort. Matt Miazga war mal zum Probetraining in Leipzig. Marc Rzatkowski wechselte von Salzburg in die USA. Im Winter kam mit Tyler Adams das größte Talent aus New York nach Leipzig und hinterließ bislang einen guten Eindruck in der Bundesliga. Der frühere Trainer von Red Bull New York, Jesse Marsch, war in der abgelaufenen Saison Co-Trainer von Ralf Rangnick in Leipzig und wird nun Cheftrainer in Salzburg.

Red Bull Bragantino (früher RB Brasil)

wurde 2007 gegründet und spielte zuletzt in der Staatsmeisterschaft von Sao Paulo – der vierthöchsten nationalen Liga. Im April wurde der Verein aufgelöst und in den Zweitligisten CA Bragantino integriert, der im Frühjahr übernommen wurde und spätestens 2020 Red Bull Bragantino heißen soll. Aus Sao Paulo schaffte es mit Bernardo (mittlerweile Brighton & Hove Albion) ein Spieler über Salzburg nach Leipzig. André Ramalho kam von RB Brasil nach Salzburg, wechselte dann aber in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen. Zudem schafften mit Felipe Pires und Lucas Venuto zwei Spieler zwischenzeitlich den Sprung von RB Brasil nach Europa.

Red Bull Salzburg

Im Jahr 2005 stieg Red Bull erstmals in den Fußball ein, als Austria Salzburg in den FC Red Bull Salzburg umbenannt wurde. Im Jahr 2015 wurde der Einfluss beim österreichischen Serienmeister reduziert, um sicherzustellen, dass Salzburg und Leipzig gleichzeitig an Wettbewerben der UEFA teilnehmen dürfen. In der Saison 2018/19 spielten beide sogar in einer Vorrundengruppe der Europa League. Die Liste der Transfers vor allem von Salzburg nach Leipzig ist lang. Als 17. Spieler kam im Winter Amadou Haidara, im Sommer folgt Hannes Wolf. Viele Profis blieben nicht lange, durchgesetzt haben sich Marcel Sabitzer, Peter Gulacsi und Dayot Upamecano. Naby Keita wechselte im vorigen Sommer als Rekordverkauf zum FC Liverpool.

FC Liefering

Der FC Liefering (bis 2012 Union-Sportklub Anif) dient seit als Farmteam von Red Bull Salzburg. Liefering spielt quasi als U23 von Salzburg in der zweithöchsten Spielklasse in Österreich, oft mit einem Durchschnittsalter der Mannschaft unter 20 Jahren. Junge Spieler von Salzburg dürfen mit einer Doppellizenz auch für Liefering spielen. Auch die aktuellen Leipziger Konrad Laimer, Amadou Haidara und Dayot Upamecano haben in Liefering gespielt.

Red Bull Ghana

Ruhig geworden ist es um das Projekt Red Bull Ghana, das 2008 gegründet und 2014 aufgelöst wurde. Der damalige «Global Sports Director» für die Red-Bull-Vereine, Gérard Houllier, begründete den Schritt unter anderem mit «Fehlern im Management vor Ort». Die Akademie wurde als West African Football Academy neu gegründet, wobei weiterhin eine intensive Kooperation mit Red Bull besteht. Eine Handvoll Spieler schafften den Sprung nach Liefering und Salzburg.

(dpa)