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Ralf Rangnick bei RB Leipzig „deutlich“ mehr als nur Ratgeber – Halstenberg trauert Sportdirektor hinterher

Ralf Rangnick will RB Leipzig weiter verbunden sein. (Foto: imago images / opokupix)

Ralf Rangnick will RB Leipzig weiter verbunden sein. (Foto: imago images / opokupix)

Ralf Rangnick hat versucht den Eindruck zu verwischen, die Übernahme globaler Verantwortung für die Red-Bull-Fußballstandorte in Brasilien und den USA wäre ein Abschied aus Leipzig. „Ich bleibe erstens in Leipzig wohnen und werde zweitens auch für Leipzig weiterhin zuständig sein. Ich werde mit Sicherheit deutlich mehr Zeit in Leipzig als an den beiden anderen Standorten verbringen“, erklärt er im Interview mit dem Kicker (Print).

„Meine Aufgaben in dem neuen Job gehen deutlich über die Rolle eines reinen Ratgebers hinaus“, erklärt er in Bezug auf sein künftiges Verhältnis zu RB Leipzig. Die „endgültigen Entscheidungen“ würden aber die Verantwortlichen in Leipzig, also Markus Krösche und Julian Nagelsmann oder auch Oliver Mintzlaff treffen. Mit „etwas mehr emotionaler Distanz“ könnte sogar die Qualität der Rangnick-Ratschläge besser werden, glaubt der bisherige Sportdirektor.

Krösche und Nagelsmann freuen sich über „Rat- und Ideengeber“ Ralf Rangnick

Aus Gesprächen mit Markus Krösche und Julian Nagelsmann wisse er, dass beide sich Ralf Rangnick als Experten im Hintergrund wünschen. „Dass sie sich für uns entschieden haben, lag auch daran, dass sie wussten, dass sie auf mich als Rat- und Ideengeber zählen können.“

Positiv an seiner neuen Rolle sei auch, dass sein Verhältnis zum neuen Trainer nicht permanent unter die Lupe genommen wird, so Rangnick. „Teile der Medien hätten bei der Zusammenarbeit zwischen Julian und mir ganz genau hingeschaut. Jede Gestik meinerseits auf der Tribüne oder beim Training wäre interpretiert worden und hätte die Arbeit von Julian und mir nicht erleichtert.“ Der Übergang zu einem neuen, jüngeren Sportdirektor hätte in jedem Fall irgendwann organisiert werden müssen.

Marcel Halstenberg wird Rangnick bei RB Leipzig vermissen

Ob er künftig noch mal als Trainer tätig sein wird, weiß Ralf Rangnick weiter nicht. „Ich weiß aber auch, dass ich ein guter Trainer bin, vor allem dann, wenn ich bei der Zusammenstellung der Mannschaft mitwirken kann.“ Die Premier League sei eine reizvolle Liga. „Aber auch da gilt: Ich würde nicht Hurra schreien, nur weil sich ein Verein aus England bei mir meldet.“ Zuletzt hatte BILD gemeldet, dass der FC Chelsea Ralf Rangnick auf seiner Shortlist für die Nachfolge von Maurizio Sarri hat, der zu Juventus Turin wechselt.

Mit einem weinenden Auge sieht Marcel Halstenberg den Abschied von Ralf Rangnick aus dem Tagesgeschäft von RB Leipzig und vom direkten Kontakt mit dem Team. „Der Abschied hatte sich schon ein bisschen angekündigt, als wir am Tag nach dem Pokalfinale die Heimreise aus Berlin angetreten waren. Ich denke, er wird dem einen oder anderen Spieler fehlen. Es ist schade, dass nicht mehr wirklich dieser enge Kontakt vorhanden sein wird. Er war ein super Trainer und super Sportdirektor. Er ist ein cooler, guter Typ, menschlich herzlich.“

(RBlive/ mki)