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Rangnicks künftige Rolle bei RB Leipzig: DFL kann Einblick in Verträge nehmen

Ralf Rangnicks Rolle bei RB Leipzig könnte auch die DFL interessieren. (Foto: imago images / DeFodi)

Ralf Rangnicks Rolle bei RB Leipzig könnte auch die DFL interessieren. (Foto: imago images / DeFodi)

Ab 01. Juli wird Ralf Rangnick bei RB Leipzig nicht mehr als Sportdirektor arbeiten und von Markus Krösche abgelöst. Dann wird der bisherige Baumeister des Leipziger Erfolgs als Angestellter des Investors und Sponsors Red Bull durch die Fußballwelt fliegen, um die Standorte Braganca Paulista und New York Red Bulls als Talenteschmieden für Leipzig zu entwickeln.

Für RB Leipzig darf er dann laut Regelwerk der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nicht mehr entscheidend tätig sein, weil er als Angestellter des Investors keinen bestimmenden Einfluss mehr auf den Klub haben darf. Das ist der Gedanke der 50+1-Regel. In der Bundesliga-Lizenzordnung heißt es: „Ein Club darf keine Verträge eingehen, die […] einer Drittpartei die Möglichkeit einräumen, in Arbeitsverhältnissen oder Transfersachen seine Unabhängigkeit, seine Politik oder die Leistung seiner Teams zu beeinflussen.”

DFL kann Rangnicks künftige Rolle bei RB Leipzig genau prüfen

Wie Ralf Rangnicks Rolle in Bezug zu RB Leipzig genau definiert ist, bleibt ein wenig unklar. „Meine Aufgaben in dem neuen Job gehen deutlich über die Rolle eines reinen Ratgebers hinaus”, sagte er dem Kicker. „Ich bleibe erstens in Leipzig wohnen und werde zweitens auch für Leipzig weiterhin zuständig sein. Ich habe nicht vor, alle zwei Wochen für mehrere Tage nach Brasilien oder New York zu fliegen. Ich werde mit Sicherheit deutlich mehr Zeit in Leipzig als an den beiden anderen Standorten verbringen und mich mit meiner Expertise auch hier in Leipzig einbringen.”

Die DFL teilte dazu auf RBlive-Anfrage mit: „Wir gehen davon aus, dass die Bestimmung von RB Leipzig auch mit Blick auf Herrn Rangnick eingehalten wird.” Der Ligaverband behalte sich jedoch die Möglichkeit vor, „Verträge aktiv anzufordern, woraufhin diese vorgelegt werden müssen”, so ein Sprecher. Wie weit Rangnicks Arm in der Praxis reicht, ist freilich schwer zu kontrollieren. Rangnick selbst hatte dazu erklärt, dass die finalen Entscheidungen bei RB Leipzig künftig von Oliver Mintzlaff bzw. Markus Krösche und dessen Team getroffen werden.

Keine juristischen Probleme für RB Leipzig

Der Sportjurist Johannes Arnhold, seit Jahren mit der RB-Materie befasst, erklärt: „Auch wenn Red Bull beziehungsweise RB Leipzig hier die Grenzen des verbandsrechtlich Zulässigen zum wiederholten Male voll ausschöpfen: Im Kern geht es um eine formelle Entflechtung und die scheint zumindest gegeben.” Rein juristisch hat RBL also wie meist keine Probleme zu befürchten.

Das hätte auch für eine angedachte, aber schließlich gescheiterte Kooperation mit dem SC Paderborn gegolten. Die DFL hatte sich den Kontrakt zusenden lassen, aber „keinen Anlass zu intervenieren”, wie ein DFL-Sprecher auf Anfrage von RBlive mitteilte. Aber der Ligaverband betonte: „Die Umsetzung der Kooperation wäre selbstverständlich durch die DFL mit Blick auf etwaige Auswirkungen auf die Integrität des Wettbewerbs beobachtet worden.” Der Sportrechtler Paul Lambertz hatte zuvor von einer „Grauzone der DFL-Satzung” gesprochen. „Je größer und umfassender die Zusammenarbeit zwischen den beiden Klubs sein wird, desto größer die Gefahr, dass damit gegen die DFL-Satzung verstoßen wird.”

(RBlive/ ukr/ mki)