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Das Nagelsmann-Prinzip: Alles für die Dynamik

Julian Nagelsmann erklärt die Leitprinzipien seiner Arbeit. Foto: imago/Picture Point

Julian Nagelsmann erklärt die Leitprinzipien seiner Arbeit. Foto: imago/Picture Point

Auf dem Internationalen Trainerkongress (ITK) in Kassel fasste Julian Nagelsmann zusammen, wie er seine Arbeit als Trainer versteht.  Dabei dreht sich alles um das Thema Dynamik des Spiels und wie er als Trainer auf sie einwirken kann.

Nagelsmann: Nur der Trainer schaut auf den Gegner

Der Trainer ist bei ihm der Einzige, der sich im Detail mit dem Gegner beschäftigt und daraufhin die Mannschaft einstellt. Elementar dafür sei, ob der als stärker, ebenbürtig oder schwächer eingeschätzt wird, erklärte der 32-Jährige.

In die Dynamik eines Spiels einzugreifen ist für ihn „die Königsdisziplin“. Dass er genau daran viel arbeitet, hat er in Hoffenheim bewiesen. Mit den taktischen Umstellungen kam die Mannschaft im vorletzten Jahr, das mit der Champions-League-Qualifikation endete, bestens zurecht. „Im letzten Jahr weniger“, gab er zu. Solange aber die Mannschaft das umsetzt, was er einfordert, stelle er sich stets in der Öffentlichkeit vor das Team. „Dann gebe ich auch zu: Was ich gemacht habe, war scheiße.“

Regeln für die Sicherheit, Spielraum für die Dynamik

Zentral ist für ihn, dass er seinen Spielern Regeln mit an die Hand geben kann, die in jeder Situation gelten. „Alles, was ich hier sage, gilt auch für die Kreisliga, den Teamsport allgemein“, fügte er an einer Stelle hinzu. So schafft er seinen Spielern Sicherheit, lässt in seinen Anweisungen aber genug Raum, um selbst zu entscheiden. „Wenn sich die Jungs an Vorgaben halten, haben sie auch genug Kapazität in der Rübe, um noch etwas mit der Pille anzufangen.“

Nagelsmann wechselt entweder nach Qualität oder Mentalität

Wenn mal etwas nicht läuft, habe er nur zwei Optionen, einzugreifen: Die Umstellung der Grundordnung oder einen Personalwechsel. Bei letzterem gehe es entweder um die Qualität des Einwechselspielers, wenn der Wechsel taktisch geprägt ist. Sollte die Mannschaft verunsichert wirken, hilft auch ein Spieler mit großer Mentalität dem Team, indem er Sicherheit zurückgibt. Stärke muss aber auch der Trainer vorleben. „Wenn du immer versuchst, Mut vorzuleben, und dein Auftritt von Angst geprägt ist, geht das nicht. Ich bin damit aber auch schon das eine oder andere Mal auf die Fresse gefallen“, so Nagelsmann.

Bei der Arbeit mit seinem neuen Team haben er und die Mannschaft sich zunächst Zeit gegeben, zusammenzuwachsen. Schon bald wird sich zeigen, ob seine Ideen auch in Leipzig auf fruchtbaren Boden fallen.

(msc)