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Boykottaufruf: CFC-Fans fürchten „Konstrukt a la RB Leipzig”

RB Leipzig muss auch für den Boykott der Chemnitzer Fans herhalten (Archivfoto von 2013: Picture Point).

RB Leipzig muss auch für den Boykott der Chemnitzer Fans herhalten (Archivfoto von 2013: Picture Point).

Mehrere Fanklubs von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC haben zu einem Boykott des nächsten Heimspiels aufgerufen. In einem Informationsflyer mit der Überschrift „Wir lassen uns nicht erpressen”, der am Donnerstag auf diversen Plattformen veröffentlicht wurde, kritisieren die Anhänger vor der Partie gegen den 1. FC Magdeburg an diesem Freitag (19 Uhr) neben Insolvenzverwalter Klaus Siemon und den Gesellschaftern der CFC Fußball GmbH auch Trainer David Bergner sowie Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

„Der Trainer kritisiert nach dem HSV-Spiel erneut die eigenen Fans, trotz bedingungsloser Unterstützung der Mannschaft. Thomas Sobotzik spricht vielen Anhängern die Liebe zum eigenen Verein ab”, heißt es in dem Aufruf, fernzubleiben.

„Schaffung eines Konstruktes a la RB Leipzig”

Und natürlich darf RB Leipzig nicht fehlen, wenn es um einen Boykott geht. Die Chemnitzer Anhänger befürchten, dass die 50+1-Regel ausgehebelt und die „Schaffung eines Konstruktes a la RB Leipzig” vorangetrieben werden sollen. „Fans, Anhänger und Mitglieder sind hierbei nur noch lästiges Beiwerk und Konsumenten”, heißt es weiter. Dieser Weg lasse sich nicht mit den Werten und Interessen der CFC-Fans vereinbaren. „Aus diesem Grund möchten wir zum Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg ein Zeichen setzen und die GmbH dort treffen, wo es ihr am meisten wehtut: In ihrem Geldbeutel”, erklären die Initiatoren des Fan-Boykotts.

„Um den sportlichen Aspekt geht es aktuell in keinster Weise! Spieler kommen und gehen, was bleibt ist der Verein. Dieser ist in akuter Gefahr!”, fordern die Unterzeichner des Aufrufs unter anderem den Erhalt des insolventen Chemnitzer FC e.V. und des Nachwuchsleistungszentrums.

Die Anhänger des Chemnitzer FC standen zuletzt selbst im Fokus, weil sich beim Pokalspiel gegen den HSV viele mit dem entlassenen Kapitän Daniel Frahn solidarisierten, indem sie Frahns Rückennummer elf hochielten und den Namen des Stürmers skandierten. Der Ex-RB-Angreifer hatte sich zuvor mit Fans aus dem mutmaßlich rechtsextremen Spektrum umgeben und war deshalb vom CFC fristlos gekündigt worden. (RBlive/dpa/ukr)