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DFB-Projektleiter Jochen Drees glaubt an Videobeweis

Manch einer sieht den Videoassistenten kritisch, beim DFB sieht man ihn positiv. (Foto: imago images / Martin Hoffmann)

Manch einer sieht den Videoassistenten kritisch, beim DFB sieht man ihn positiv. (Foto: imago images / Martin Hoffmann)

Der Videobeweis wird sich nach Ansicht von Jochen Drees als Projektleiter beim Deutschen Fußball-Bund trotz aller Kritik bewähren. „Wenn wir uns in zehn Jahren wiedertreffen, dann bin ich mir sicher, dass wir deutlich weiter sind. Wir müssen lernen, das Thema Video-Assistent als Projekt zu sehen. Es wird immer ein laufender Prozess bleiben“, sagte der 49-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Drees ist überzeugt: „Der Video-Assistent macht den Fußball gerechter.“

Jochen Drees verweist auf viele verhinderte Fehlentscheidungen

Der ehemalige Bundesliga-Referee räumte ein, dass der Videobeweis noch immer umstritten ist. „Die Öffentlichkeit diskutiert nicht über die Vielzahl der guten und richtigen Entscheidungen, sondern vielmehr darüber, was in wenigen Einzelsituationen nicht optimal gelaufen ist“, nannte er als Grund für die noch nicht vollständige Akzeptanz. Er wies in dem Zusammenhang die Annahme zurück, dass es durch den Video-Assistenten keine Szenen mit Ermessenspielraum für den Schiedsrichter mehr gebe.

In der vergangenen Woche hatte Drees, der seit einem Jahr das Projekt Video-Assistent beim DFB leitet, bei einem Workshop mit Clubvertretern in Köln bereits eine positive Bilanz der vergangenen  Bundesliga-Saison gezogen: „Wir haben 82 Fehlentscheidungen verhindert. Das ist für mich super.“ Der Videobeweis wurde in der Saison 2017/18 in der Bundesliga eingeführt, in diesem Jahr wird er auch in der 2. Bundesliga angewendet.

Diverse Regeländerungen in der neuen Saison – Handspiel weiter als Streitthema?

Zur kommenden Saison warten verschiedene Regeländerungen auf die Fußballfans. So muss unter anderem der Torwart den Ball beim Abstoß nicht mehr aus dem Strafraum herausspielen, sollen Spieler das Feld bei Auswechslungen an der nächstmöglichen Stelle verlassen und brauchen Torhüter bei Strafstößen nur noch mit einem Fuß auf der Linie stehen. Neu ist auch, dass Trainer und Betreuer gelbe und rote Karten sehen können, was RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Markus Krösche sehr kritisch sehen.

Größtes Aufregerthema dürfte das Handspiel bleiben. Regeländerungen sollen mehr Klarheit bringen. Handspiel oberhalb der Schulter ist zwingend strafbar. Eine Torerzielung, bei der die Hand selbst unabsichtlich im Spiel ist, wird nicht mehr möglich sein. Zusammen mit dem Videobeweis wird das laut Schiedsrichter-Experte Alexander Feuerherdt von Collinas Erben weiter Diskussionsstoff bieten. „Die Einführung des VAR war eine wirklich revolutionäre Änderung. In den letzten zwei Jahren hat das Thema alles überragt. Auch die öffentliche Diskussion hat sich vom Schiedsrichter hin zum VAR verschoben. Wenn sich diese Debatte mit jener um das Handspiel vermischt, potenziert sich das geradezu. Die Kombination aus Videoassistent und Handspiel ist toxisch“, erklärt er im Interview mit der FAZ.

(dpa/ RBlive/ mki)