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Mönchengladbach gegen RB Leipzig: Duell zweier Umbruchteams

Vorbericht von Matthias Kießling
Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig.

Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig

Ein bisschen schienen Marco Rose und Julian Nagelsmann vor dem direkten Aufeinandertreffen mit Mönchengladbach und RB Leipzig (30.08.2019, 20.30 Uhr) jeweils über sich selbst zu sprechen und Verständnis für ihre eigene Situation einzufordern, als sie den Gegner analysierten.

Mönchengladbach und RB Leipzig noch mitten in Umbauphasen

„Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Es braucht etwas Zeit, bis die Leipziger beides zusammen perfektioniert haben“, meinte Rose zu den Nagelsmann-Versuchen in Leipzig neben dem Spiel gegen den Ball auch verstärkt Ballbesitzstrukturen einzuführen. Nagelsmann verwies darauf, dass Rose noch gar nicht genug Zeit hatte, seinen Kader anhand seiner neuen Spielidee umzubauen. Die Umstellung einer Spielidee sei immer ein „Prozess“.

Tatsächlich hat Marco Rose in Mönchengladbach in Sachen Umbau wohl die anspruchsvollere Aufgabe geerbt. Während Nagelsmann in Leipzig zumindest schon einen konsistent und auf Schnelligkeit zusammengestellten Kader vorgefunden hat, will Rose bei der Borussia mit einem Kader, der noch letzte Saison einen wenig intensiven, ballbesitzorientierten Fußball spielte, nun zweikampforientiert, mit viel Geschwindigkeit, Gegenpressing und Umschalten auftreten. Mit Lainer, Embolo und Thuram weisen die Neuverpflichtungen des Sommers in die Richtung, in die es in Mönchengladbach mit viel Physis und Aggressivität künftig gehen soll.

Dabei, das ist dann wiederum die Parallele zu Nagelsmann, soll aber das Spiel mit dem Ball nicht vergessen werden. Schon in seiner Zeit in Salzburg stand Rose dafür, dass sein Team von hinten heraus auch fußballerische Lösungen hatte. In der österreichischen Liga waren die aufgrund sehr defensiver Gegner auch zwingend nötig.

Borussia Mönchengladbach fußballerisch mit Problemen, ergebnistechnisch im Soll

Dass es bei Roses neuer Aufgabe gerade zu Beginn etwas rumpeliger zugehen würde, konnte man vor der Saison ahnen. Das 1:0 im Pokal in Sandhausen war diesbezüglich zum Auftakt eine deutliche Bestätigung. Beim 0:0 gegen Schalke hatte Mönchengladbach ein wenig Pech, die wenigen, aber großen Chancen nicht genutzt zu haben. Beim 3:1 in Mainz blitzte phasenweise schon stärker jene Intensität auf, die man von Mönchengladbach künftig erwarten kann. Nach Ballverlusten macht das Rose-Team die Räume sofort sehr eng und spielt sehr aggressiv.

Vom Team mit sehr wenigen Zweikämpfen und geringen Laufstrecken im hohen Geschwindigkeitsbereich hat sich Mönchengladbach binnen kürzester Zeit schon ins Mittelfeld bzw. an die Spitze der Tabelle in diesen Bereichen vorgearbeitet. 380 Sprints sind immerhin schon Platz 11 in der Bundesliga. 486 Zweikämpfe, also Situationen, in denen mindestens zwei Spieler um den Ball kämpfen, sind nach zwei Spielen Topwert.

Im Spiel gegen RB Leipzig ist als mit einer sehr intensiv agierenden Borussia zu rechnen. „Wir wollen das Spiel Stück für Stück auf unsere Seite ziehen“, macht Marco Rose klar, dass man gegen die Wucht des Gegners gegenhalten und Leipzigs „Power aufnehmen“ will. Luft nach oben bestehe aktuell vor allem noch im spielerischen Bereich. „Ich wünsche mir, dass wir gegen Leipzig etwas die Handbremse lösen“, hofft Rose gegen RB auf ein gutes Gesamtpaket, das er von seiner Mannschaft bekommt.

Statistik Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig

Julian Nagelsmann freut sich auf Marco Rose

Julian Nagelsmann macht erstmals persönlich Bekanntschaft mit Marco Rose und einem von ihm trainierten Team. „Ich halte extrem viel von ihm. Ich freue mich aufs Kennenlernen“, drückt er seine Wertschätzung für den Kollegen aus der Ferne aus. Große taktische Überraschungen erwartet er allerdings nicht, da man schon jetzt in Mönchengladbach die Dinge wiedererkenne, die man früher habe in Salzburg sehen können.

Möglich dass Julian Nagelsmann angesichts der Qualitäten des Gegners sein Team etwas defensiver aufstellt. Zumindest denkt der Trainer von RB Leipzig darüber nach, einen zusätzlichen, defensiv denkenden Mittelfeldmann aufzustellen. Gegen einen Gastgeber, der auch auf fußballerische Lösungen setzt, könnten sich Möglichkeiten ergeben, Bälle zu erobern und schnell umzuschalten.

Dass RB Leipzig (genau wie Mönchengladbach) die Chance hat, für zumindest einen Tag Tabellenführer zu sein, will Nagelsmann nicht überbewerten, wäre aber ein „schöner Nebeneffekt“.  Grundsätzlich ist RB sportlich derzeit „im Soll“, auch wenn es bisher in allen Spielen Phasen gab, in denen es nicht so lief, wie man sich das vorgestellt hatte. Dass das Nagelsmann-Team bisher trotzdem erfolgreich war, gebe die Möglichkeit, sich die nötige „Entwicklungszeit zu nehmen“. Entwicklungszeit, die beide Trainer und beide Mannschaften des Freitagsspiels zwischen Mönchengladbach und RB Leipzig noch gebrauchen können.

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