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Rose über Nagelsmann: „Vielleicht ist er ja auch ein ganz lässiger Typ?”

„Vielleicht ist er ja auch ein ganz lässiger Typ!. Marco Rose hält viel von Julian Nagelsmann. Fotos: Eibner/Contrast

Julian Nagelsmann und Marco Rose schätzen sich, obwohl sie sich – ungewöhnlich im Profifußball – noch nie begegnet sind. Vor dem Spiel zwischen Borussia Mönchengladbachund RB Leipzig an diesem Freitag (20.30 Uhr bei RBlive.de im Liveticker) bezeichnete der Leipziger Coach seinen Kollegen als „coolen Typen”. Nagelsmann sagte: „Ich halte exrem viel von ihm.”

Rose antwortete nun via Mitteldeutscher Zeitung (Print und in voller Länge bei mz-web.de). Der 42-Jährige lobte den zehn Jahre jüngeren Konkurrenzten. „Er ist trotz seiner jungen Jahre ein sehr angesehener Trainer, der sich seinen Status durch sehr gute inhaltliche Arbeit erarbeitet hat”, sagte Rose.

Rose: „Vielleicht hat Nagelsmann auch mal Mut zur Lücke”

Angesprochen auf Nagelsmanns detaillierte, rhetorische Taktikerläuterungen sagte der neue Gladbacher Chefcoach: „Och, vielleicht ist er ja auch ein ganz lässiger Typ, der auch mal Mut zur Lücke hat? Natürlich ist es wichtig, seine Mannschaft akribisch vorzubereiten. Das mache ich auch. Aber all das, was ich mache, erfinde ich nicht neu. Das ist alles schonmal dagewesen. Und es gibt immer bessere Trainer, die das auf höherem Niveau schaffen. Ich versuche, einfach meine Arbeit so gut wie möglich zu machen und mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.”

Beide Trainer eint, dass sie gerade dabei sind, die Spielidee ihrer Teams zu erweitern. Rose versucht, Gegenpressing-Elemente bei den spielstarken Gladbachern zu implementieren. Während Nagelsmann den pressing- und abwehrstarken Leipzigern mehr Spielkultur vermitteln will. Am Ende könnte der Fußball beider Teams ähnlich aussehen. „Wenn es dann irgendwann mal so aussieht, wie es aussehen soll, sind beide Spielideen wahrscheinlich nicht weit auseinander”, sagt Rose im MZ-Interview. „Es geht mir ebenso wie Julian Nagelsmann um das Komplettpaket Fußball. Aber der Weg, den man dafür gehen muss, ist noch weit. Das braucht Zeit.”

Marco Rose: „Nicht erlauben, auch nur eine Sekunde unaufmerksam zu sein”

Konkret arbeite Rose gerade daran, im Spiel „gegen den Ball aus der Organisation heraus den richtigen Moment zu finden, um gemeinsam zu attackieren. Wenn wir dann den Ball haben und meine Spieler im 120-Prozent-Modus sind, heißt es auch wieder etwas herunterzufahren und Klarheit in unser Spiel zu bekommen.” Klingt ähnlich wie bei Nagelsmann in seinen ersten Wochen in Leipzig.

Rose warnte vor individueller Qualität und Wucht der Leipziger, die sein Team aufnehmen müsse. Das muss man erst einmal verteidigt kriegen. Und dann gilt es, Lösungen mit Ball zu finden”, so Rose. „Was man sich nicht erlauben darf gegen Leipzig, ist es auch nur eine halbe Minute, zehn Sekunden, drei Sekunden oder auch nur eine Sekunde unaufmerksam zu sein.” (RBlive/ukr)