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Dank der richtigen Mixtur: Spitzenplatz für ein Spitzenteam

Ein Kommentar von Ullrich Kroemer
Die Mischung stimmt: Timo Werner und die Kollegen bei RB Leipzig. (Foto: imago/Laci Perenyi).

Die Mischung stimmt: Timo Werner und die Kollegen bei RB Leipzig. (Foto: imago/Laci Perenyi).

Die Aussagekraft von Tabellen nach drei Spieltagen ist für den Ausgang der Meisterschaft ähnlich gering wie eine Wahlumfrage ein Jahr vor dem Urnengang. Das wissen sie auch bei RB Leipzig. Im Sport wie in der Politik gibt es Unwägbarkeiten, unvorhergesehene Schwankungen und Ausfälle. Und doch lässt sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt eine erste Tendenz ablesen: Mit RB Leipzig, erstmals seit dem 13. Spieltag 2016/17 wieder Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, ist in diesem Jahr auch dauerhaft ganz oben zu rechnen.

In Mönchengladbach spielten die Leipziger über weite Strecken wie ein Spitzenteam: form- und spielstark, effizient und abgezockt. In den Gesprächen mit den Spielern ist zu spüren, dass sie den neuen Ideen des neuen Trainers Julian Nagelsmann inzwischen zu 100 Prozent vertrauen. Nagelsmann versteht es hervorragend, die Gegner taktisch so geschickt zu locken, dass Räume entstehen und Abwehrbollwerke aufbrechen. Eine neue Mixtur aus Ballbesitz- und dem gewohnten Pressing-Konterspiel, die das RB-Spiel entkrampft. Dazu tragen auch Nagelsmanns lockere, keineswegs überehrgeizige Art und seine Qualitäten als Moderator bei.

Nahrung für Euphorie und den Traum vom ersten Meistertitel

Dass er zu Saisonbeginn vor allem auf bewährtes Personal setzt, leuchtet ein. Er will nicht beides gleichzeitig verändern: Spieler und Spielidee. Die Stammkräfte schätzen die optimale Mischung aus Eingespieltheit und neuen Impulsen. Peu á peu wird Nagelsmann auch die Neuzugänge stärker einbauen, die dem Leipziger Spiel noch einmal mehr Variabilität geben werden.

Dass Timo Werner nach dem Transfer-Hickhack endlich wieder frei im Kopf ist, beflügelt das gesamte Team. Es war förmlich zu spüren, wie heiß die Mannschaft nun auf Bayern München ist. Am liebsten hätten die Leipziger kurz nach dem 3:1 in Gladbach noch einmal die Töppen geschnürt und gegen den Rekordmeister gespielt. Wäre RB auch nach diesem Spiel am übernächsten Samstag weiter Tabellenerster, bekämen die Euphorie im Team und der Traum vom ersten Meistertitel weiter Nahrung.