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Tor-Debüt: Halstenberg leitet deutschen 2:0-Sieg gegen Nordirland ein

Siegtrefferschütze gegen Nordirland: Marcel Halstenberg. Foto: Imago/eu-images

Marcel Halstenberg hat erstmals im Trikot der deutschen Nationalmannschaft ein Tor erzielt. Der Linksverteidiger von RB Leipzig erzielte Montagabend im Spiel gegen Nordirland einen von zwei Treffern und hievte die DFB-Elf damit entscheidend an die Spitze ihrer Qualifikationsgruppe für die Europameisterschaft kommenden Sommer.

Harter Fight in Belfast

Der 27-Jährige war neben Timo Werner und Lukas Klostermann einer von drei  Spielern von RB Leipzig, die in Belfast in der Startelf des Teams von Bundestrainer Joachim Löw standen. Eine Premiere für den aktuellen Tabellenführer der Bundesliga, der zuvor noch nie drei Startelfspieler für die A-Nationalmannschaft abgestellt hat. Halstenberg und Klostermann spielten durch, Werner wurde in der 68. Minute durch den Leverkusener Kai Havertz ersetzt, nachdem er kurz vor Ende der ersten Halbzeit (45+1) und Anfang der zweiten Hälfte (53.) zwei Großchancen für ein Tor hatte. Auch Klostermann hatte einen Treffer auf dem Fuß, sein Schuss mit dem dem schwächeren linken Fuß in der 49. Minute ging aber über das Tor der Nordiren, die den Deutschen einen harten Fight abverlangten.

Drei Tage nach dem 2:4 gegen die Niederlande erfüllte das junge DFB-Team gegen den vorherigen Tabellenführer den Drei-Punkte-Auftrag nur mit Mühe und einem prächtigen Volleytor von Marcel Halstenberg (48. Minute). Für die späte Entscheidung sorgte Serge Gnabry (90.+3). Nach dem vierten Sieg im fünften Qualifikationsspiel übernahm die DFB-Auswahl die Tabellenführung in Gruppe C von den punktgleichen Nordiren.

Die Partie begann allerdings überhaupt nicht so, wie sich das der Bundestrainer vorgestellt hatte. Die Nordiren pressten angetrieben von ihren lautstarken Fans aggressiv schon am deutschen Strafraum und kamen gegen ein zunächst fahrig auftretendes DFB-Team früh zu Chancen. Kapitän Neuer musste nach einem schweren Fehler von Toni Kroos schon in der siebten Minute gegen Conor Washington den Rückstand verhindern.

Tah muss Ginter früh ersetzen

Das fehlende Selbstvertrauen der vergangenen zwei Tage war den jungen Nationalspielern teilweise anzumerken. In der eigentlich breiter aufgestellten Offensive, in der neben Gnabry, Marco Reus und Timo Werner auch noch Julian Brandt für Gefahr sorgen sollten, leistete sich die deutsche Elf unerklärliche Fehlpässe, die einige sich bietende Gelegenheiten zunichte machten. In der Verteidigung hatte Deutschland große Mühe, die Bedingungen gegen die nach vier Siegen in vier Qualifikationsspielen mit großer Motivation und Leidenschaft kämpfenden Nordiren anzunehmen.

Brandt gab erst in der 22. Minute den ersten Torschuss ab, kurz darauf wurde ein Schuss von Werner abgefälscht (27.). Craig Cathcart berührte den Ball dabei mit der Hand. Knapp zehn Minuten vor der Pause musste Löw den Ausfall von Matthias Ginter verkraften, der nach einem Zweikampf ausgewechselt werden musste. Beim Verlassen des Platzes hielt sich der Gladbacher die Rippen, für ihn in die Partie kam Tah, dem gegen die Niederlande ein Eigentor unterlaufen war.

Bis zur Pause musste erneut Neuer nach einer scharfen Hereingabe von Stuart Dallas retten (45.). Auf der Gegenseite scheiterte Timo Werner nach gutem Zuspiel von Gnabry an Nordirlands Torwart Bailey Peacock-Farrell (45.+1). In der Kabine schien Löw dann die richtigen Worte gefunden zu haben. Erst verpasste Lukas Klostermann nach Vorlage seines Leipziger Teamkollegen Halstenberg die Führung (47.), ehe es dieser eine Minute später mit einem starken Volley-Schuss zu seinem ersten Länderspieltor besser machte.

Den sich nun bietenden Raum nutzte die DFB-Auswahl immer wieder für schnelle Angriffe. Gnabry (52.), Werner (53.) und der für den im Abschluss glücklosen RB-Stürmer eingewechselte Kai Havertz (69. und 84.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Einen Freistoß von Reus parierte der immer stärker geforderte Peacock-Farrell (56.), der sein Team mit seinen Paraden im Spiel hielt. In der Abwehr blieben aber die Probleme gegen die weiterhin kämpferisch überzeugenderen Nordiren bestehen. Stuart Dallas vergab eine Riesenchance in der 63. Minute. Gnabry traf zu seinem neunten Länderspieltor im zehnten Spiel in der Nachspielzeit. (RBlive/dpa)