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Von Ullrich Kroemer

Suche nach neuem Kleinmesse-Standort lÀuft Schausteller wollen am Cottaweg bleiben

Schausteller-Chef JĂŒrgen Seiferth vor seinen FahrgeschĂ€ften auf der Kleinmesse.

Schausteller-Chef JĂŒrgen Seiferth vor seinen FahrgeschĂ€ften auf der Kleinmesse.

Die Schausteller der Kleinmesse am Cottaweg rĂŒsten sich gerade fĂŒr die FrĂŒhjahrs-Kleinmesse. Ab 23. April bis 6. Juni soll der Rummel mit Hygienekonzept stattfinden. JĂŒrgen Seiferth hofft, dass dieses Jahr nicht das letzte ist, in dem die Schausteller ihre FahrgeschĂ€ften und Buden auf dem traditionsreichen Platz aufbauen dĂŒrfen. „Wenn es irgendwie geht, möchten wir gern am Cottaweg bleiben. Der Standort ist 114 Jahre alt, der ist bekannt und zentral”, sagt der Leipziger Schaustellerchef.

Ein Problem, denn die Stadt Leipzig hat Nachbar RB mit der Baugenehmigung fĂŒr den Ausbau der Red-Bull-Arena zugesichert, den Standort ab der kommenden Saison an Spieltagen als stadionnahe ParkflĂ€che nutzen zu können. „Dies ist in erster Linie der Grund, warum andere Veranstaltungen wie beispielsweise die Kleinmesse nicht mehr ĂŒber mehrere Wochen am StĂŒck dort stattfinden können”, sagt Leipzigs Operationsdirektor Ulrich Wolter auf Anfrage von RBlive.

RB-Direktor Wolter: KleinmessegelĂ€nde „wichtige EntwicklungsflĂ€che fĂŒr den Verein”

Doch wenn es demnĂ€chst wie geplant ein Parkhaus direkt vor dem Stadion gibt, dann will der Bundesligist den jetzigen Kleinmesse-Standort kĂŒnftig nutzen, um weitere Trainingsfelder und eine HeimstĂ€tte fĂŒr die Frauenabteilung von Rasenballsport zu bauen. RB betrachte das GelĂ€nde „perspektivisch als wichtige EntwicklungsflĂ€che fĂŒr den Verein, fĂŒr FußballplĂ€tze auf denen MĂ€dchen und Jungs zukĂŒnftig trainieren können. Wir wĂŒrden uns freuen, wenn wir gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden, wie Parken anderweitig organisiert werden kann”, sagt Wolter.

Doch dazu bedĂŒrfte es zum einen eines Stadtratsbeschlusses, denn das GrundstĂŒck ist derzeit als FestgelĂ€nde ausgeschrieben und mĂŒsste umgewidmet werden. Und zum anderen brĂ€uchten die Schausteller einen neuen Standort, der derzeit nicht in Sicht ist. Bei einem runden Tisch Anfang des Monats verabredeten Vertreter der Stadt, der Fraktionen sowie die Schausteller, VorschlĂ€ge fĂŒr einen möglichen Ausweichstandort zusammenzutragen.

Schaustellerchef Seiferth: „Wir wollen mit RB auskommen, RB soll mit uns auskommen”

Der Schaustellerverein will sich einem Umzug nicht generell verschließen, doch der Vorsitzende Seiferth fragt: „Wo soll ein solcher Standort sein?” Es brauche eine zentrale, gut angebundene und windgeschĂŒtzte Lage, mindestens 32.000 Quadratmeter Platz, breite Zufahrtswege fĂŒr die großen FahrgeschĂ€fte, Strom, Wasser, Abwasser sowie eine UmzĂ€unung. Ein solches GelĂ€nde in InnenstadtnĂ€he zu finden, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Im vergangenen Monat hatte Seiferth noch aufgebracht gesagt: „Wir lassen uns nicht einschĂŒchtern. RB wusste von Anfang an, worauf sie sich einlassen. Ich kann keine Dreiraumwohnung mieten, dann nach ein paar Jahren die Wand einreißen und dem Nachbarn ein viertes Zimmer abnehmen”. Das sei „kein seriöses Verhalten” des Spitzenklubs. Nun nach dem runden Tisch – ĂŒbrigens ohne Beteiligung von RB – schlĂ€gt das Oberhaupt einer Schaustellerfamilie in sechster Generation versöhnliche Töne an: „Wir wollen mit RB auskommen, RB soll mit uns auskommen. Wir wollen zusammenarbeiten und nicht gegeneinander.”

Auch die Schausteller seien „froh, dass RB in Leipzig ist. Wir wollen dem Verein nichts wegnehmen und auch kein Hindernis darstellen, aber es muss zu einer Einigung bei diesem Problem kommen, mit der alle drei zufrieden sind – RB, Stadt und Schausteller.”

Linken-Politikerin Riekewald: „Stehen auf der Seite der Schausteller”

Doch das wird kein leichtes Unterfangen. „Es gibt auf der Kleinmesse einen Nutzungskonflikt. Wenn das Stadion in der Mitte Leipzigs bleiben soll, können wir die Parkplatzprobleme nicht ignorieren”, sagt auch Linken-Politikerin Franziska Riekewald. Doch die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Stadtrat betont: „Wir als grĂ¶ĂŸte Fraktion im Stadtrat stehen auf der Seite der Schausteller. Die Schausteller werden auf der Kleinmesse bleiben, solange es keine adĂ€quaten AusweichflĂ€che fĂŒr die Kleinmesse gibt. Aber mit einer guten Alternative können wir uns auch einen anderen Standort fĂŒr die Kleinmesse vorstellen.” Solange es keine Einigung gibt, erwartet Riekewald, dass „weiterhin das gentlemens agreement gilt, dass auch an Spieltagen Kleinmesse stattfinden kann”. (RBlive/ukr)