RB Leipzig

Monsterparade beim Jubiläum: RB-Keeper Gulacsi spielt beim 1:0 gegen Leverkusen im 150. Ligaspiel zum 50. Mal zu Null

Von Martin Henkel 31.01.2021, 12:25
Hält gegen Schick seinen Kasten sauber: Peter Gulacsi
Hält gegen Schick seinen Kasten sauber: Peter Gulacsi imago/Revierfoto

Eine Monsterparade im 150. Ligaspiel: Geht es filmreifer, als in der 88. Minute der Partie zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen? Konter der Werkself, Pass von Karim Bellarabi auf Lucas Alario, der aus sechs Metern das 1:1 auf dem Fuß hatte. Hätte ihm nicht Peter Gulacsi gegenübergestanden.

Der Ungar parierte den Schuss des Argentiniers, dann auch noch den Kopfball seines früheren Kollegen Patrik Schick in der selben Szene. Bellarabi stand dieses Mal aber im Abseits. 1:0 gerettet. Kraken-Pete, der Held!

Zwei Runde Zahlen in einem Spiel

"Solche Geschichten schreibt nur der Fußball", sagte später Trainer Julian Nagelsmann. "Mit dem wichtigen Save und dem Zu-Null-Spiel bei seinem 150. Einsatz passt das sehr gut zusammen." Es war zudem die 50. Ligapartie für Gulacsi ohne Gegentreffer, auch das eine runde Zahl.

Der gepriesene Protagonist selbst gab sich nach seinem Jubiläum bescheiden. Zwar sei er "sehr solz auf die 150 Spiele“, aber wichtiger sei gewesen, gewonnen und zu Null gespielt zu haben. Die kleinen Freuden eines Torhüters eben.

Der Nationaltorhüter Ungarns ist wie jeder Torwart versessen auf die sog. Weiße Weste. Neun davon hat er schon in dieser Spielzeit. Lediglich 17 Gegentore hat er in den zehn anderen Spielen zugelassen, das ist Ligabestwert. Zum Vergleich: Welttorhüter Manuel Neuer vom FC Bayern München hat bislang schon 26 Mal hinter sich greifen müssen und nur vier Partien ohne Gegentor zu Ende gespielt.

Nagelsmann über Gulacsi: "Total verlässlich"

Pete, "the wall", wie er im Verein aktuell genannt wird, kann aber auch anders. Vorige Woche war an zwei der drei Gegentreffer beim 2:3 in Mainz mitschuld, die RB vermutlich die Chance auf die Meisterschaft gekostet haben.  „Er hat nach dem Mainz-Spiel sehr selbstkritisch gesagt, dass er nicht den glücklichsten Tag hatte“, berichtete Nagelsmann, der Gulacsi als "sehr wichtigen Spieler für uns" bezeichnete. Not tut's.

Gulacsi hat eine Ausstiegsklausel für kolportiert sehr wenig Geld im Vetrag stehen (Laufzeit bis 2023). Im Sommer könnte er also vom Hof spazieren. Will er aber nicht, stattdessen ein besser dotiertes Arbeitspapier, das er vermutlich bekommen wird.

Gulacsi ist eine Ikone am Cottaweg. Einer der Aufsteiger von 2016, eine Führungsfigur in der Kabine und ein sicherer Rückhalt für seine oft sehr jungen Vorderleute. 205 Mal hat er für RB schon das Tor gehütet, 64 Mal insgesamt ohne Gegentor.

„Er ist total verlässlich", sagte Nagelsmann. "Auch in der Kabine ist er eine wichtige Person, hat eine gewisse Erfahrung und strahlt entsprechend auch eine gewisse Ruhe aus. Ich bin immer sehr froh, dass er bei uns zwischen den Pfosten steht.“ (RBlive/hen)