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von Matthias Kießling

RB Leipzig will gegen effiziente Freiburger mit Emotionalität bestehen

Bei SC Freiburg gegen RB Leipzig ging es nicht immer nur um Fußball, sondern manchmal auch um Schneeschippen.

Bei SC Freiburg gegen RB Leipzig ging es nicht immer nur um Fußball, sondern manchmal auch um Schneeschippen.
Copyright: imago images / Picture Point LE

Leipzig gegen Freiburg. Das ist für RB-Verhältnisse schon ein echtes Traditionsduell. Gegen keinen anderen Verein spielte Leipzig bisher schon häufiger ein Ligaspiel. Bereits zum neunten Mal treffen die Mannschaften in erster oder zweiter Liga aufeinander.

SC Freiburg gegen RB Leipzig: Von Schnee bis Debakel

Dabei gab es durchaus denkwürdige Duelle im Breisgau zu bestaunen. Angefangen bei einem 2:1-Sieg für Freiburg in der zweiten Liga nach plötzlichem Wintereinbruch und dichter Schneedecke im März 2016, nach dem die halbe RB-Mannschaft von einer Grippe dahingerafft wurde. Über den vielleicht besten Emil Forsberg aller Zeiten beim 4:1-Auswärtssieg nur ein paar Monate später in der Bundesliga. Bis hin zum überraschend deutliches 3:0 für Freiburg vor einem Jahr, als RB völlig überfordert war.

Es war in der Vergangenheit für RB Leipzig beim SC Freiburg nicht immer einfach, wie drei Niederlagen in vier Spielen im Breisgau zeigen. An der Vergangenheit will sich Julian Nagelsmann aber nicht lange festhalten. Die sei im Fußball eh "völlig unerheblich" will er mit den negativen RB-Erlebnissen gar nicht erst was zu tun haben.

Alles wie früher?

Dabei könnte man diesmal auch behaupten, dass dem nicht ganz so sei, dass die Vergangenheit irrelevant ist. Behaupten beide Trainer doch vom jeweils anderen Team, das sich an ihrem fußballerischen Auftreten nicht viel geändert hat und man dann ja auch gut aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen könnte. Wobei Julian Nagelsmann die Idee, dass seine Mannschaft weiter so spielen soll wie unter Ralf Rangnick, wohl eher von sich weisen würde.

Mit Blick auf das Spiel gegen St. Petersburg stellte er zumindest fest, dass dort noch zu sehr nach dem alten Muster verfahren wurde, den Ball über die linke Seite nach vorn zu bewegen, während die rechte Seite nicht besetzt wurde. Wobei das wiederum Ralf Rangnick nicht gerecht würde, unter dem zwar viel über links gespielt wurde, aber im Fall der Fälle auch mal die Spielverlagerung auf den schnell rechts einlaufenden Klostermann gesucht wurde. Genau diese Besetzung der rechten Seite wünschte sich Nagelsmann nun auch von seinem Team und bekam sie gegen St. Petersburg in der zweiten Hälfte.

Durchschnittsaten der Saison

Durchschnittsaten der Saison

Effizienter SC Freiburg punktet sehr konstant

Ob das nun heißt, dass RB auch auswärts in Freiburg auf einen dominanten Ballbesitzfußball mit breiter Spielfeldbesetzung setzen wird, wollte sich Julian Nagelsmann vor dem Spiel nicht entlocken lassen. Allerdings stellte der Trainer von RB Leipzig fest, dass sein Gegner sehr viel effizienter spielt als noch in der Vergangenheit und damit in Freiburg doch nicht alles gleich geblieben ist.

Zumindest geben die Statistiken nicht her, dass Freiburg zwangsläufig mit vier Siegen und zwei Unentschieden aus acht Spielen hätte starten müssen. 14:15 Großchancen gab es bisher bei Freiburg-Spielen und 34:33 Schüsse auf das Tor. Das Torverhältnis steht allerdings bei 15:9. Entsprechend steht man vielleicht zwei, drei Punkte zu gut und auf Platz 6 direkt hinter RB Leipzig sehr gut da. Allerdings waren sieben der bisherigen acht Gegner auch Teams, die in der unteren Tabellenhälfte stehen, also Gegner, gegen die der SCF im besten Fall punkten sollte. Dass das Team von Christian Streich das so konstant gemacht hat, darf durchaus beeindrucken.

Underdog mit Nationalspielern

Der ganz klassische Underdog ist der SC Freiburg vielleicht auch gar nicht mehr. Mit RB Leipzig zusammen vor drei Jahren in die Bundesliga aufgestiegen, hat man in dieser Zeit eine stabile Mannschaft aufgebaut. Wie bei RB Leipzig gibt es auch in Freiburg einen Kern an Spielern, der schon seit der zweiten Liga oder spätestens seit der ersten Bundesligasaison dabei ist. Mit Robin Koch und Luca Waldschmidt stehen zwei deutsche Nationalspieler im SCF-Kader. Mit Nils Petersen und Christian Günter gibt es zwei weitere Spieler, die schon unter Jogi Löw spielten, wobei man sich bei Günter immer fragt, warum einer der konstantesten Linksverteidiger der Republik seit 2014 nicht mehr zum Nationalteam eingeladen wurde.

Der SC Freiburg hat im vergangenen Sommer seine Mannschaft bis auf Niederlechner praktisch komplett zusammenhalten und noch verstärken können. Entsprechend ist der bisher sehr gute Saisonverlauf vielleicht auch gar nicht so überraschend, wie es auf den ersten Blick wirkt. Freiburg hatte schon immer eine sehr gute Mischung aus Versuchen, Fußball zu spielen und pragmatischer, laufintensiv-aggressiver Herangehensweise, die nun auch noch von einer durchaus ordentlichen individuellen Qualität aufgepeppt wird.

Allzu großen Respekt hat das Team von Christian Streich vor dem Gegner in heimischer Umgebung sowieso nicht. Mit einem sehr leicht emotionalisierbaren Publikum kann man es jedem Gast schwer machen. Vor allem wenn die Mannschaft früh in die Zweikämpfe kommt und das Spiel einen typischen SC-Flow bekommt. Dagegen müsse sich seine Mannschaft wehren, meint Julian Nagelsmann und könne sie sich dabei etwas von "der Haltung in Bezug auf Verteidigung und direkte Duelle" abschauen, die Union Berlin vor einer Woche beim 2:0 gegen Freiburg zeigte. Denn, da ist der Verweis auf die Vergangenheit dann doch wieder, wenn man die Emotionalität des Freiburger Spiels nicht annimmt, dann "wird es schwer". So wie es für RB Leipzig eben in der Vergangenheit immer mal wieder, aber auch nicht immer, schwer wurde im Breisgau.

(RBlive/ mki)

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