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Helmut Groß feiert 70. Geburtstag

Der Sportdirektor Ralf Rangnick und sein Mentor und Assistent Helmut Groß. Foto: Imago.

Der Sportdirektor Ralf Rangnick und sein Mentor und Assistent Helmut Groß (li). Foto: Imago.

Helmut Groß feiert am morgigen Freitag seinen 70. Geburtstag. Er ist bei RB Leipzig Assistent von Ralf Rangnick und dessen Mentor. Zudem gilt er als derjenige, der im Südwesten die Trainerschule begründete, die in Deutschland schon früh dem ballorientierten Spiel anhing.

Im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten erklärt Helmut Groß, dass er in Leipzig vor allem für die „Traineraus- und Weiterbildung und die ständige Fortentwicklung unserer Spielphilosophie“ verantwortlich ist. Für das „perfekte Spiel“ analysiert man Entwicklungen auf der ganzen Welt.

Entwicklungspotenzial im kognitiven Bereich

Die größten Entwicklungsmöglichkeiten sieht Helmut Groß derzeit im kognitiven Bereich: „Der Spieler muss schneller wahrnehmen, antizipieren, analysieren und schnell richtig entscheiden, dann schnell und möglichst überraschend handeln. Die Potenziale im Gehirn dafür sind enorm.“

Um sich auf diesem Gebiet zu entwickeln, arbeitet man auch mit Hochschulen zusammen. Im athletischen Bereich gebe es dagegen kaum noch Entwicklungspotenzial.

Kein englischer Nationaltrainer Ralf Rangnick

An einen Nationaltrainer Ralf Rangnick in England glaubt Helmut Groß nicht. Zum einen sei er dafür noch nicht alt genug und brauche die tägliche Arbeit zu sehr. Zum anderen sei aufgrund der vielen Spiele in England und dem Setzen auf ausländische Stars Erfolg mit dem englischen Team kaum möglich.

Vorteile für RB Leipzig und Hoffenheim

Der Vorteil von Klubs wie RB Leipzig oder der TSG Hoffenheim besteht für Helmut Groß darin, dass es dort „nicht diese altinternationalen Experten gibt, die Erfolge und Leistung nur akzeptieren, wenn sie dem überholten Erfahrungsschatz ihrer lange beendeten Spielerkarrieren entsprechen. Es gibt keine großen Hürden zu überwinden, man muss niemand von dem Weg überzeugen.“

Helmut Groß mit Kopfschmerzen bei RBL vs. BVB

Kopfschmerzen habe der freitägliche Jubilar beim Spiel zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund auf der Tribüne bekommen. Allerdings vom „Mitdenken“: „Ich erlebte, welch überragende, fast schon surreale Qualität auf dem Platz herrschte. Was Dortmund an planvoller und individueller Klasse abruft, ist Wahnsinn, das ist ganz nahe an der Weltspitze.“

Dadurch, dass Groß „in jedes Detail involviert“ ist. weiß er, „was in jeder Situation die richtige Handlung, die richtige Lösung wäre: Wann muss man Einrücken, wann draufgehen, wann den Mitspieler unterstützen? Diese Komplexität bei enormem Tempo und unglaublicher Dynamik mitzuverfolgen, ist anstrengend. Zumindest in meinem Alter.“