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Marcel Reif: „Für Tradition kann ich mir erstmal nichts kaufen“

Als RB Leipzig in die Bundesliga aufgestiegen ist, hängte Marcel Reif nach 30 Jahren als Kommentator den Beruf an den Nagel. In der Thüringer Zeitung äußerte er sich erneut wohlwollend über die Sachsen.

RB Leipzig beendet Fußball-Diaspora im Osten

RB Leipzig fülle in Ostdeutschland einen Platz, den Marcel Reif zum „alten Fußballdeutschland“ zählt und der „gefühlte Jahrzehnte Diaspora“ war. Red Bull überholte nun mit viel Geld, das sie gut einsetzen, andere Vereine, die das Geld nicht haben. Dabei sieht er aber das Thema Vereinsgeschichte eher zweitrangig. „Für Tradition kann ich mir erst mal gar nichts kaufen. Ich verstehe, dass man in Freiburg und Mainz sagt, wir mussten Jahre lang guten Fußball spielen, um dahin zu kommen, wo wir heute sind.“ RB Leipzig will er aber keinen Vorwurf machen, das Spiel des marktwirtschaftlich organisierten Fußballs mitzuspielen.

Das Fan darf alles

Ob das Engagement in Leipzig ein regionales Ungleichgewicht herstellt? Da möchte Marcel Reif Dietrich Mateschitz nicht zuviel abverlangen, sieht aber durchaus auch die Möglichkeit von Nachahmern. „Vielleicht bekommt man aber durch Leipzig für potenzielle Investoren eine andere Sicht auf den Osten. Die Bude ist voll, die Leute benehmen sich, sie kommen mit Schal ins Stadion und nicht mit Knüppeln.“ Die Leipziger Fans werden aus der Perspektive von anderen Anhängern als besonders unkritisch wahrgenommen. Marcel Reif hatte über Fans einmal gesagt, sie seien dumm und blind. Das will er aber gar nicht mal als abwertend verstehen. „Der Fan darf alles. Er darf schimpfen, blind sein und schreien ’niemals Elfmeter!‘, obwohl Du sagst, Mensch, schau doch nur mal hin“, fügte er hinzu.

 Marcel Reif: „Bayern spielen in Ruhe zu Ende“

Für die Meisterschaft sieht er, der im Allgemeinen als Bayern-Fan gilt, auch in dieser Saison seine Münchner als Favorit. „Dortmund hat nicht die Breite im Kader und spielt eine merkwürdige Taktik.“ Leipzig macht einen Superjob, spielt aber erstmals Champions League. Dafür zahlen sie. Die Bayern spielen das jetzt in Ruhe zu Ende“, hört sich sein Fazit nicht nach allzu großer Spannung für den Rest der Saison an.


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