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Rassig oder hektisch? Schwankende Qualität im Bundesliga-Topspiel

Rassig und außergewöhnlich gut oder fehlerbehaftet und hektisch? Was die Qualität des Bundesliga-Topspiels zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund (1:1) angeht, gibt es ganz unterschiedliche Interpretationen. Auch unter den Trainern.

Österreichischer Schmäh zwischen Hasenhüttl und Stöger

Langweilig war es beim wilden Topspiel zwischen RB Leipzig und BVB nicht, beide Teams hatten zahlreiche Räume, Umschaltsituationen und stießen häufig mit viel Tempo und ungeheurem läuferischen Aufwand (118,3:117,9 gelaufene Kilometer) in den gegnerischen Sechzehn-Meterraum und sogar bis zur Grundlinie vor. „Für Beamtenfußball wart ihr ganz schön flott unterwegs”, frotzelte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Und Dortmunds Coach Peter Stöger konterte: „Für Krise ihr aber auch.”

Doch nicht selten entsprangen diese Situationen weniger den Geistesblitzen oder ungewöhnlichen Laufwegen der Akteure, sondern den phasenweise häufigen Fehlpässen, Stockfehlern und vermeidbaren Ballverlusten beider Teams. Mit 23,8 Prozent (RBL) beziehungsweise 21,7 Prozent (BVB) war die Fehlpassquote hoch. Allein Naby Keita und André Schürrle leisteten sich je 13 Fehlpässe. Hinzu kamen ungewöhnliche Stockfehler wie etwa mehrfach von Timo Werner und unnötige Ballverluste.

„Nervosität” statt „Leichtigkeit”: Hasenhüttl widerspricht Stöger

Nachdem er unter der Woche für das ungewohnt unattraktive Spiel des BVB kritisiert worden war („Beamtenfußball”), verstieg sich Stöger dazu, ein „außergewöhnlich gutes Spiel in der ersten Halbzeit, in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel” gesehen zu haben.

Hasenhüttl mochte sich der Einschätzung seines langjährigen Weggefährten und Kollegen auf Nachfrage nicht anschließen, sah vielmehr auch „Stockfehler und Hektik am Ball” und erklärte das auch mit der aktuellen psychischen Belastungssituation: „Es geht um sehr, sehr viel. Wenn man weiß, man hat viel zu verlieren, wenn man jetzt noch ein Tor kassiert, dann spürt man auch eine gewisse Nervosität. Die Leichtigkeit, die in den Situationen da ist, die war nicht zu spüren. Deshalb haben wir auch ein paar Mal viel zu überhastet abgeschlossen.” So kreiierte RB in der zweiten Hälfte keine einzige echte Torchance, obwohl Möglichkeiten dazu da waren. Der BVB hatte eine einzige durch Michy Batshuayi (63.).

RB-Kapitän Willi Orban bewertete das Match zweigeteilt: „Wir haben gegen den Ball sehr gierig agiert, haben aber in den Umschaltsituationen die Ruhe vermissen lassen.” Dennoch lobte der Spielführer die gelungene Balance zwischen Defensive und Offensive gegen die spielstarken Gäste.


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