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Last-Minute-Elfmeter: Forsberg war sich „100-prozentig sicher“

In letzter Minute: Forsberg und Kampl bejubeln den 3:2-Siegtreffer. Foto. Imago

Für schwache Nerven war dieses Playoff-Rückspiel für die Qualifikation zur Europa League nicht. Da brauchte es einen kalten Schweden wie Emil Forsberg, um für RB Leipzig in der vorletzten Minute der Partie gegen Luhansk den 3:2-Siegtreffer vom Elfmeterpunkt zu erzielen. Er war sich eben „100-prozentig sicher.“

Was ist das für eine Partie Donnerstagabend in der Red Bull Arena gewesen. RB musste nach dem 0:0 in Luhansk nur gewinnen, um in den Europapokal einzuziehen. Aber was hieß nur? Nach acht Minuten die Führung durch Cunha, in der 26. Minute der Ausgleich, in der 49. Minute die Führung für Luhansk, Nervenflattern, trotzdem das 2:2 20 Minuten vor Schluss durch den eingewechselten Jean-Kévin Augustin – und dann verrann die Zeit im Eiltempo. Das dritte Tor wollte nicht fallen, bis Vitalij Vernidub in der 89. Minute eine Flanke von Marcel Sabitzer an die Hand bekam. Pfiff, Elfmeter.

Wer schießt?

Normalerweise Emil Forsberg. „Aber der war ja nicht in der Startelf“, sagte später Trainer Ralf Rangnick. Also nahm sich Timo Werner, Startelfspieler, den Ball. Lief auf den Schweden zu, fragte ihn: „Bist du dir sicher, du haust den rein?“. Forsberg antwortete: „Bin ich!“ Lief an – und schenkte RB und seinen Fans einen in Leipzig seltenen Last-Minute-Sieg.

Mit „Eiern“ Reife gezeigt

Die Erleichterung war nicht zu übersehen. Kollegen, Mitspieler, Wechsel-Personal und Staff sprangen übereinander. Rangnick besah sich das Knäuel aus der Ferne. Es freute ihn, „zu sehen, dass alle so zusammen jubeln. Das zeigt, dass wir diese Partie unbedingt gewinnen wollten.“

Am meisten aber erquickte ihn, dass Forsberg „auf dem Weg ist, wieder der Emil zu sein, den wir brauchen. Dickes Lob an ihn. Ich glaube nicht, dass er in der vergangenen Saison den Elfer geschossen hätte.“ Aber der Schwede hat seinen Drive zurück. Willi Orban spezifizierte: „Er hat Eier bewiesen. Das habe ich ihm auch gesagt. Das war sehr reif, Emil hat gezeigt, wie wichtig er für uns ist.“ Hat ihm selbst ja auch gutgetan. „Ich wußte, dass ich den reinmache“, sagte er. „Ich bin froh, dass wir wieder Europa League spielen.“