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Marcel Sabitzer im Interview: „Ich bekomme das Kind ja nicht allein“

Das Gespräch führte Martin Henkel
Marcel Sabitzer. Foto: Imago

Marcel Sabitzer. Foto: Imago

Marcel Sabitzer gehört zum Kernteam von RB Leipzig: Seit 2014 ist er im Verein, er hat 125 Mal für den Klub gespielt, hat 25 Mal getroffen und 22 Tore aufgelegt. Wie kann man den BVB schlagen? Was hat er noch vor mit RB? Und was ist ein Leben wert ohne Champions League?

Auf diese und andere Fragen antwortet der 24-Jährige im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung und RBlive. In Teil 2 spricht Marcel Sabitzer über seine neue Rolle als Vater, über Wickeltipps, seine Schulter-OP und wieso ihm die Champions League so wichtig ist. (Zu Teil 1).

Welche Klubs sind Leipzigs ärgste Widersacher im Kampf um die Champions-League-Plätze?
Hoffenheim, die spielen nicht mehr international. Gladbach hat eine gute Mannschaft, Leverkusen auch. Bei Frankfurt muss man sehen, wie sie die Europa League verkraften. Und nicht zu vergessen Wolfsburg, die sind auch noch oben mit dabei.

Marcel Sabitzer: „Es dauert, bis man wieder der Alte ist“

Wieso muss es unbedingt die Champions League sein? In der Europa League sind die Chancen für RB viel größer.
(lacht) Das fragen Sie im Ernst?

Ja.
Die Champions League ist das Größtmögliche, was du als Klubfußballer spielen kannst. Die Stadien sind voll, die Gegner attraktiv. Da will jeder hin und nicht in die Gruppenphase der Europa League. Nicht falsch verstehen, aber dort werden erst die K.O.-Spiele spannend.

Können Sie sich eigentlich noch eine Saison ohne Europapokal vorstellen?
Das will ich mir gar nicht vorstellen. Nach dem bisherigen Saisonverlauf wäre das eine enorme Enttäuschung. Dafür trainiere ich jeden Tag. Und nicht dafür, dass ich eine Woche aufs nächste Spiel warten muss.

Wenn Sie so ungern warten, wie ist dann die Zeit nach Ihrer Schulter-OP gewesen? Drei Monate waren Sie außer Gefecht.
Das war schon schwierig. Ich konnte der Mannschaft in den Spielen, wo es um die Champions League ging, nicht helfen. Dann kam die OP, Urlaub hatte ich auch keinen richtigen, weil die Reha anfing. Ich war mal da, mal weg, dann wieder da. Und wenn es endlich mit Training losgeht, dauert es ja trotzdem nochmal eine Weile, bis man wieder der Alte ist.

Marcel Sabitzer braucht keine Wickeltipps von Forsberg

Warum dauert das in der Regel so lange?
Da geht es um Automatismen, Abläufe, hauptsächlich im Kopf. Ohne die ist man nicht handlungsschnell. Wenn man zwei, drei Monate nicht am Ball war und viele Leute um sich hatte, ist es am Anfang komisch, plötzlich wieder schnelle Entscheidungen treffen zu müssen. Das kommt erst zurück, wenn man das jeden Tag machen muss.

Wie ist die Stimmung in der Kabine nach dieser Hinserie?
(lacht) Wir haben eine Menge Spaß und ein paar bunte Vögel, die immer für ein paar Lacher gut sind. Wir verstehen uns gut.

Und im Privatleben? Die Zeit der jugendlichen Kumpanei scheint vorbei. Immer mehr Ihrer Kollegen werden Väter, Sie im April auch.
Ja, jetzt bin ich an der Reihe. Bislang gab es in meinem Leben nur Fußball, bald beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ich bin gespannt.

Haben Sie sich von Emil Forsberg oder Kevin Kampl schon Wickeltipps geholt?
(lacht) So sehr ins Detail sind wir nicht gegangen. Aber ich habe sie gefragt, was sich am Tagesablauf so ändert, wann es morgens losgeht, solche Sachen.

Sind Sie ein Langschläfer?
Nein, spätestens um acht Uhr muss ich ja mit den Hunden raus.

Sie werden froh sein, wenn Sie am Anfang bis acht Uhr schlafen können.
Ich bekomme das Kind ja Gott sei Dank nicht alleine.