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„Weihnachtsgeschenk für den Trainer”: Rangnick gesteht Rebic-Alleingang

Von Ullrich Kroemer
Missverständnis in Leipzig: Ante Rebic bei seinem erstem Spiel für RB (Foto: imago).

Missverständnis in Leipzig: Ante Rebic bei seinem erstem Spiel für RB (Foto: imago).

Dass RB Leipzig Ante Rebic ziehen ließ, gehört zu den größten Irrtümern, die dem Klub unterlaufen sind. Der heute 25-Jährige hat sich vom einst lauf- und trainingsfaulen Talent längst zum Stürmer internationaler Klasse mit einem Marktwert von 35 Millionen Euro entwickelt.

Vor dem Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (Sa., 15.30 Uhr) erleichterte RB-Trainer Ralf Rangnick sein Gewissen. Als die Sprache auf Frankfurts Torjäger kam, der 2014/15 eine unglückliche Saison in Leipzig verbrachte, gab Rangnick zu: „Er war der einzige Spieler, bei dem ich vorher nicht dem Trainer – damals Alexander Zorniger – gesagt habe, dass ich vorhabe, ihn zu holen.” Rebic sei ein vorgezogenes „Weihnachtsgeschenk an den Trainer gewesen, das Alex zunächst gar nicht so haben wollte damals”.

Rangnick: „Rebic einer der interessantesten Charaktere und Spielertypen der Bundesliga”

Die Geschichte war ein offenes Geheimnis gewesen, doch bis jetzt hatte Rangnick nie öffentlich darüber gesprochen. Die Anekdote ist insofern interessant, als dass sich Rebic nach einem verschenkten Jahr in Leipzig, wo er als trainings- und lauffauler Spieler galt, inzwischen laut Rangnick zu „einem der interessantesten Charaktere und Spielertypen in der Bundesliga” gemacht habe. Der RB-Manager betonte, dass es ihn keineswegs ärgere, dass er Rebic habe damals ziehen lassen. Vielmehr freue er sich, dass der Kroate so erfolgreich ist.

Leipzigs Chefcoach und Sportdirektor sagte vor dem Wiedersehen am Samstag: „Dass es sich um ein Ausnahmetalent handelt, war damals schon klar. Offensichtlich hat er jetzt verstanden, dass noch viele andere Dinge mit dazu gehören.” Und auch, dass RB Leipzig nicht mit dem ungeschliffenen, kroatischen Rohdiamanten umzugehen wusste, ließ Rangnick durchblicken: „Wir waren in jeder Beziehung noch nicht auf dem Niveau, wo wir jetzt sind.”

Rebic will bei EC-Qualifikation in Frankfurt bleiben

Nach Stationen in Florenz und Verona fand Rebic in Frankfurt nicht nur die richtige Einstellung zu seinem Beruf, sondern traf auch auf Vorgesetzte, die ihn verstanden. „In Niko Kovac und Fredi Bobic haben zwei Landsleute mit ihm gerabeitet, was in jeder Hinsicht geholfen hat, weil sie ganz genau gewusst haben, wie sie ihn anpacken müssen. Auch sprachlich”, erklärte Rangnick.

Die Frankfurter übrigens spielen nicht nur um den Europapokaleinzug, sondern auch um die Zukunft von Ante Rebic. Denn wenn die Eintracht auch in der kommenden Saison international spielt, soll der Vize-Weltmeister im Klub bleiben. Plauderte zumindest sein Teamkollege Filip Kostic aus.

Eine Rückkehr zu RB ist so oder so nicht vorstellbar. Dazu ist Rebic mittlerweile zu teuer, von den schlechten Erinnerungen ganz abgesehen. „Aber es hat sich gezeigt, dass die Idee, ihn damals aus Florenz zu holen, als ihn keiner so richtig kannte, nicht die schlechteste war”, sagte Rangnick. Auch ohne Zornigers Wissen. (Rblive/ukr)