Seite neu laden

Ralf Rangnick: „Den RB-Fan als solchen gab es bis vor sechs Jahren gar nicht“

Ralf Rangnick empfindet die Fanverbindung bei RB Leipzig als besonders persönlich. (Foto: Imago)

Ralf Rangnick empfindet die Fanverbindung bei RB Leipzig als besonders persönlich. (Foto: Imago)

Ralf Rangnick hatte sich zuletzt mit lobenden Worten zur Verbindung zwischen Fans und RB Leipzig aus der Deckung gewagt. „Ich war schon bei einigen Vereinen tätig und kann und muss einfach festhalten, dass ich eine derart enge Verbindung zwischen Mannschaft und Fans noch nicht erlebt habe“, erklärte er zu Wochenbeginn in Reaktion auf die Unruhe im Fanumfeld. Dafür hatte er Kritik unter anderem von Anhängern von Schalke 04 geerntet, wo Rangnick in der Vergangenheit gleich zweimal gearbeitet hatte.

Ralf Rangnick erklärt junge Fan- und Vereinsgeschichte von RB Leipzig

Vor dem Spiel gegen Stuttgart versuchte er seine Äußerungen noch einmal ausführlicher zu erklären. „Den RB-Fan als solchen gab es bis vor sechs Jahren gar nicht, zumindest nicht in größerer Zahl“, verweist Ralf Rangnick in seiner Erklärung auf eine kurze Vereins- und Fangeschichte. Die Verbindung zwischen Fans und Verein sei entsprechend jung und habe sich rasant entwickelt. Bei Spielern wie Fabio Coltorti und Dominik Kaiser sei eine hohe Identifikationskraft entstanden. Akteure wie Lukas Klostermann, Diego Demme, Yussuf Poulsen oder Marcel Sabitzer seien nun auch schon lange bei RB Leipzig und besondere Figuren für die Fans.

„Ich empfinde es so, dass es sich hier um mehr als reine Fanunterstützung handelt, sondern eine persönliche Beziehung zwischen Spielern und Fans gelebt wird“, meint Ralf Rangnick und glaubt, dass das darauf zurückzuführen ist, dass man erst so kurz „zusammen Zeit im Profifußball verbringt.“ Dabei verweist der Trainer von RB Leipzig auch darauf, dass er und die Spieler in der Stadt immer wieder angesprochen werden und die Unterstützung der Anhänger bekommen, auch wenn sportlich keine Erfolge eingefahren wurden.

Familienpublikum mit besonderer Spielerbindung bei RB Leipzig

In Schalke sei die Situation eine ganz andere. „Da ist man Fans in der vierten oder fünften Generation. Dort waren die Fans immer da und haben den Verein unterstützt. Die kriegen es ja schon in die Wiege gelegt. Einmal Schalke, immer Schalke.“ In seiner Amtszeit dort habe Ralf Rangnick es „extrem so empfunden, dass die Fans unabhängig von der sportlichen Situation immer da waren“. Dort und auch in Leipzig habe er es im Gegensatz zum VfB oder Hoffenheim noch nicht erlebt, dass Fans Mannschaft und Trainer zur Rechenschaft ziehen wollen für schlechte sportliche Leistungen.

„Schalke und die auf nicht so freundschaftlichem Fuß stehende Nachbarstadt“ (also Dortmund) seinen „auch innerhalb der Bundesliga noch mal besonders“. In Leipzig habe aber „der große Kern, nicht der harte Kern, mit vielen und vielen Kindern eine besondere persönliche Beziehung aufgrund der wenigen, gemeinsamen Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Das ist etwas ganz besonderes.“

(RBlive/ mki)