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von Ullrich Kroemer

Visa-Probleme: Über 50 RB-Fans dürfen nicht nach Russland einreisen

Wanted: Gültiges Visum nach Russland.

Wanted: Gültiges Visum nach Russland.
Copyright: imago/Steinach

Andreas H. hatte die Reise nach St. Petersburg seit Wochen detailliert geplant. Für zwei Freunde und sich hatte der Fan von RB Leipzig Karten für das Champions-League-Spiel bei Zenit St. Petersburg (18.55 Uhr MESZ) organisiert, Flüge und Hotel gebucht und einen Reiseplan mit Sehenswürdigkeiten der russischen Metropole erstellt. Und er hatte für die kleine Reisegruppe auch die Visa-Anträge ausgefüllt, die man für die Region St. Petersburg seit Oktober dieses Jahres via Internet ordern kann.

Doch die Fußball-Reise endete für Andreas H. bereits am Montagvormittag am Flughafen Berlin-Schönefeld. Weil er beim Ausfüllen des elektronischen Visums versehentlich die Felder für Vor- und Nachnamen vertauscht hatte, wurde der 38-Jährige abgewiesen. „Ich kann Sie nicht mitnehmen”, sagte die Frau am Schalter nur. Diskussion zwecklos. Sie habe Anweisung, Passagiere selbst mit kleinsten Fehlerchen auf den elektronischen Visa abzuweisen, weil die sonst am St. Petersburger Flughafen festsäßen und nicht ins Land gelassen würden. Auch Reklamationen am Aeroflot-Schalter brachten nichts ein.

Halbe Reisegruppe am Gate abgewiesen

Andreas H. war damit nicht allein. Auch anderen Fans von RB Leipzig erging es so – ebenso wie dem RBlive-Reporter. Von über 50 Anhängern war am Montagnachmittag dokumentiert, dass sie wegen Formfehlern ihre Flieger nicht besteigen durften. In Berlin ebenso wie in München. In einem Fall durften nur sieben von 15 Leipzigern mitfliegen, mehr als die Hälfte der Reisegruppe wurde abgewiesen. Eine andere Anhängerin schreibt, dass sie in London festsitzt. In der privaten Facebook-Gruppe RB Leipzig International sind diverse Fälle dokumentiert.

Bei jedem Flug sammelten sich Gestrandete, die ihre Tickets verfallen lassen mussten. „Wieder Fans verloren”, heißt es in den sozialen Netzwerken. In allen Fällen stimmten Kleinigkeiten bei den Visaanträgen nicht. So dürften insgesamt wohl etwa 60 bis 70 der ursprünglich rund 350 Leipziger Auswärtsfahrer auf der Strecke bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine Mitarbeiterin der russischen Botschaft in Berlin bestätigte auf RBlive-Nachfrage das rigide Verfahren: „Man muss beim E-Visum alles korrekt ausfüllen, sonst ist es ungültig.” Seit es das E-Visum gebe, meldeten sich öfter Touristen, sagt sie.

Dabei soll das kostenlose Verfahren via Internet eigentlich dafür sorgen, dass Touristen und Geschäftsleute unkomplizierter in die westlich geprägte Zarenstadt an der Ostsee fliegen können. Das hatte Präsident Wladimir Putin im Juli per Dekret beschlossen. Ab 2021 könnte das elektronische Kurz-Visum auf ganz Russland ausgedehnt werden.

Doch dass dann Formfehlerchen, die passieren, wenn nicht Botschaftsmitarbeiter, sondern Privatpersonen die Visaanträge ausfüllen, restriktiv mit Einreiseverbot belegt werden, passt ganz und gar nicht zum gelockerten Visa-Verfahren.

Andreas H. war nach der Hiobsbotschaft wie vor den Kopf gestoßen, „im Schockzustand”, sei er. Mehrere hundert Euro an Ausgaben für Flüge und Unterkunft sind auch passé. Seine Freunde musste er allein fliegen lassen und sich wieder auf den Weg zurück nach Leipzig machen. Mit dem RBlive-Reporter auf dem Beifahrersitz.

Auch Uefa-Schiedsrichter durfte nicht einreisen

Update: Nicht nur etwa 60 Leipziger Fans, sondern auch der Schiedsrichter des Youth-League-Spiels zwischen den beiden U19-Teams von Zenit und RB, der Ungar Ferenc Karakó, durfte wegen Ungenauigkeiten auf dem elektronischen Visum nicht einreisen. Das berichtet Bild. Bei dem U19-Spiel am Nachmittag (2:0 für RB) musste der vierte Offizielle ran. Der Russe Vasiliy Kazartsev hatte zumindest keine Einreiseprobleme.

RB Leipzig habe versucht, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken, doch das blieb erfolglos. „Die Russen sind da knallhart im Moment. Das ist sehr schade und tut uns leid für die Fans”, sagte  Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche bei Sky. Auch das Auswärtige Amt ist machtlos. Auf MZ-Anfrage teilte das Außenministerium mit: „Uns sind einzelne Fälle bekannt, in denen deutsche Staatsangehörige wegen Formfehlern bei der Beantragung des e-Visums an der russischen Grenze zurückgewiesen wurden. Von Einreiseverweigerungen erfahren das Auswärtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen jedoch in der Regel nur, wenn Betroffene sich aktiv an diese wenden.” Eine statistische Erfassung erfolge nicht.

Wie Sportbuzzer berichtet, seien auch Fans in St. Petersburg am Flughafen zur sofortigen Rückreise gedrängt worden beziehungsweise hätten die Nacht bis zum Rückflug auf einer Bank verbringen müssen. (RBlive)

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