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Hasenhüttl über Druck: „Es geht nicht um Leben und Tod“

Ralph Hasenhüttl und Timo Werner.

Ralph Hasenhüttl und Timo Werner.

Ralph Hasenhüttl will am Donnerstagabend mit RB Leipzig gegen Zenit St. Petersburg ins Viertelfinale der Europa League kommen. Im Interview mit der russischen Sportsdaily spricht er über die mentale Situation seiner Spieler.

International tut sich RB Leipzig leichter

RB Leipzig steht vor dem 38. Pflichtspiel der Saison, einem Rückspiel unter der Woche. Angesichts dessen sieht Ralph Hasenhüttl die letzten Ergebnisse nicht zu schwarz. Es sei weniger eine Bundesliga-Sieglos-Serie von vier Spielen, sondern eine von drei Partien ohne Niederlage und mit Heimsieg gegen Zenit, schließlich holte man in Stuttgart und Dortmund je einen Punkt.

Aber auch der RB-Coach merkt an: „In der Bundesliga tun wir uns gerade schwer, die Tore zu machen. Dadurch fehlen uns die Siege.“ Dass das international einfacher ist, bezeichnet Hasenhüttl als Fluch der guten Tat. „Hier kann man zumindest etwas gewinnen. In der Liga kannst du das als Vizemeister nicht.“ Ein Gewinn wäre die Qualifikation für die Champions League. Dort fehlt bald der Anschluss und als nächstes kommt der FC Bayern München. Dass man langsam derart unter Druck steht, nicht aus den internationalen Rängen zu rutschen, hätte man auch nicht so erwartet.

Hasenhüttl wirbt um Verständnis nach Mertesacker-Interview

RB Leipzig geht mit solchen Situationen konstruktiv um, tariert die Ansprüche aus und fokussiert auf das Positive. Aber der Druck kann auch krank machen, wie durch Per Mertesacker gerade erst wieder thematisiert wurde. Hasenhüttl zeigt Verständnis für dessen Aussagen. „Egal, wie viel die Spieler verdienen. Man darf die Menschen nicht vergessen, das sind ja keine Maschinen, die auf dem Platz stehen.“ Das konnte er bei Timo Werner am eigenen Leib miterleben. Die Schmähungen nach dessen Schwalbe waren im Stadion und auch in den sozialen Medien enorm.

Roberto Mancini gehen nach Fan-Post die Gäule durch

Zu den anonymen Posts hat er eine eigene Meinung. „Das ist unsere moderne Gesellschaft. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Gewichtung er dem beimisst.“ Roberto Mancini hatte jüngst einen Fan beleidigt, der den Zenit-Trainer anonym kritisierte. Er selbst mache sich da keine Gedanken, aber hat für die Beleidigungen kein Verständnis. „Die Spieler wollen jedesmal begeistern, wenn sie auf dem Platz stehen. Oft gelingt es ihnen. Und wenn es ihnen einmal nicht gelingt, dann nicht, weil sie es nicht wollten, sondern weil sie vielleicht an dem Tag nicht konnten“, so der RB-Trainer.

Hasenhüttl: „Trainieren mit Sprachbarriere kommt nicht in Frage“

Hasenhüttl selbst wollte schon immer mal nach St. Petersburg, auch wenn er von der Stadt aufgrund des engen Zeitplans nur wenig mitbekommt. Aber mehr als Gast will der RB-Coach ohnehin nicht werden. Ob er sich einen Schritt wie Roberto Mancini vorstellen könnte? „Ich persönlich kann mir für die Zukunft viel vorstellen, aber mein wichtigstes Werkzeug, nämlich meine Sprache, muss immer zum Tragen kommen“, schloss er ein Engagement in Russland eher aus.

Timo Werner kann nicht mehr überraschen

Timo Werner hingegen war schon einmal vor Ort, gewann mit der Nationalmannschaft den Confed Cup und wird wohl auch im Sommer zur WM wiederkommen. Stand jetzt werden außer ihm auch Emil Forsberg und Yussuf Poulsen dabei sein, aber mit dem DFB-Team traut der RB-Coach Werner am meisten zu. Nur „ob er tatsächlich noch überraschen kann, weiß ich nicht“, so Hasenhüttl. Das könne am ehesten Bruma, wenn der Portugiese sich noch in die A-Elf spielt. Zumindest bei RB hat er sich auch durch die Abwesenheit von Emil Forsberg immer besser eingelebt. Heute Abend (15. März ab 19 Uhr auf Sky) darf er vielleicht schon wieder zeigen, dass er dafür auf einem guten Weg ist.