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Von Ullrich Kroemer

„Nicht mehr die Klarheit im Kopf” Nagelsmann moniert zu geringe Chancenausbeute

Nicht mehr mit der vollen Souveränität: Kevin Kampl vergibt eine Großchance für RB Leipzig gegen Köln.

Nicht mehr mit der vollen Souveränität: Kevin Kampl vergibt eine Großchance für RB Leipzig gegen Köln.

RB Leipzig hatte auch beim 0:0 gegen Köln im ersten torlosen Ligaspiel der Leipziger in dieser Saison jede Menge Chancen auf ein frühes Tor. Amadou Haidara, Nordi Mukiele, Angeliño und Yussuf Poulsen hatten Gelegenheiten – dazu der nicht gegebene Treffer von Haidara, vor dem Marcel Sabitzer knapp im Abseits stand. In der zweiten Hälfte dann die Gelegenheiten von Emil Forsberg, Dani Olmo, Willi Orban und vor allem Kevin Kampl.

Nagelsmann: Torausbeute und Tabellenstand nicht deckungsgleich

Trainer Nagelsmann führte nach dem letzten Heimspiel im Jahr 2020 die fehlende „geistige Frische” als Grund dafür an, weshalb es vor dem Tor nicht klappte. „Kevin Kampl hat bis zu seiner Auswechslung viele Meter heruntergespult und hatte dann vielleicht bei seiner Chance durch den körperlichen Verschleiß nicht mehr die ganz große Klarheit oben im Kopf, um das Tor mit voller Souveränität zu machen”, erklärte Nagelsmann exemplarisch.

Doch der Trainer nahm das Spiel auch zum Anlass, um auf eine grundsätzliche Diskrepanz hinzuweisen: RB gibt je nach Statistik mit Bayern und Dortmund die meisten Torschüsse der Liga ab, befindet sich aber bei der Trefferquote nur im unteren Mittelfeld. „Das ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Tabellenstand. Wir betreiben großen Aufwand und erspielen uns in sehr ansehnlicher Art und Weise Chancen, aber bei der Chancenverwertung müssen wir besser werden”, mahnte der RB-Trainer.

Keine Trainingsmöglichkeit für Chancenverwertung

Nagelsmann wies allerdings im gleichen Atemzug achselzuckend darauf hin, dass er gar nicht wisse, wann er daran arbeiten solle. Am 28. Dezember versammelt er die Profis nach dem fünftägigen Kurzurlaub über Weihnachten wieder am Cottaweg, kann aber wegen der Corona-Schutzverordnungen nicht mit dem gesamten Team trainieren, ehe am 2. Januar bereits das schwere Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr) ansteht.

„Ich habe das letzte Mal vor dem Champions-League-Turnier in Lissabon richtig trainiert”, sagte Nagelsmann. Das war im August. „Natürlich haben wir auch in den Abschlusstrainings Torabschüsse dabei, aber nicht unter Gegnerdruck und nicht immer in vollem Wettkampftempo”, bemerkte Nagelsmann. So muss er darauf vertrauen, dass die fünf Tage Urlaub reichen, dass die Spieler klar und konzentriert ins Jahr 2021 starten – wohlwissend, dass die Erholungszeit dafür nicht vollends ausreichen wird.

So wurde die Stimmungslage nach dem torlosen Remis den starken Darbietungen von RB – vor allem zu Hause – im ersten Saisonabschnitt nicht gerecht. Wegen einem verpatzten Spiel wolle er nicht hadern, sagt der 33-Jährige. „Ich werde trotzdem relativ glücklich vor dem Weihnachtsbaum stehen”, kündigte der Trainer an. Vor der ersehnten Weihnachtpause muss sich das Team jedoch noch zu einem letzten Kraftakt aufraffen: beim Pokal-Auswärtsspiel in Augsburg (Di., 18.30 Uhr). Leipzigs Lieblingsrivale hatte einer Verlegung des Spiels in den Januar nicht zugestimmt. (RBlive/ukr)