Florian Scholz will auch "wirtschaftlich profitieren"

Verkauf der Talente ist für RB Leipzig ein Entwicklungsschritt

Dass erneut die besten Spieler aus der U19 andere Wege gehe als bei RB Leipzig zum Stammspieler zu werden stößt vielen Fans sauer auf, hoffen sie doch endlich auf eine Identifikationsfigur aus dem eigenen Nachwuchs, die vielleicht länger noch mitwachsen kann als einst Yussuf Poulsen. Florian Scholz erklärt in seiner Rolle als Kaufmännischer Leiter Sport gegenüber der Freien Presse, warum die Abgänge dennoch ein Erfolg sind.

Von RBlive/msc 24.06.2022, 11:00
Sidney Raebiger ist bei Greuther Fürth untergekommen.
Sidney Raebiger ist bei Greuther Fürth untergekommen. imago/Zink

Fast keines der Talente, die zuletzt als Kandidaten galten, noch eine Saison im Kader von Domenico Tedesco zu bleiben, hat es letztlich geschafft - mit Ausnahme von Hugo Novoa. Tom Krauß, Sidney Raebiger, Eric Martel, Frederik Jäkel, Tim Schreiber sind allesamt verliehen oder verkauft worden oder stehen kurz davor. Schon Nachwuchsschef Sebastian Kegel hatte im Interview auf den vereinseigenen Kanälen angerissen, dass dies aus Sicht des Klubs kein Misserfolg ist. Manchen Anhängern kam besonders der Zeitpunkt der Veröffentlichung wie blanker Hohn vor.

Scholz unterstreicht den wirtschaftlichen Wert der Talente

Unterstrichen wird die Stoßrichtung aber durch Aussagen aus der obersten Etage. RB werde "wirtschaftlich und gegebenenfalls auch noch sportlich profitieren" von den in diesem Sommer wechselnden Spieler, sagte Floran Scholz gegenüber der Freien Presse. Ein Großteil davon hatte zuletzt auch gar nicht mehr in Leipzig gespielt, sondern Erfahrungen bei Zweit- und Drittligisten oder im Ausland gesammelt.

Rückkauf bei Raebiger ist nicht geplant

Dennoch hatten alle einen gültigen Vertrag bei RB Leipzig und das Siegel der Ausbildung am Cottaweg, den kürzlich erst rund 70 Vertreter von europäischen Vereinen zu Anschauungszwecken besuchten. Und so spielt RB durch die Freigaben zwischen zwei und vier Millionen ein, erfolgsabhängige Prämien dürften auch vereinbart sein. Vor allem bei Sidney Raebiger kann man davon ausgehen, dass er Greuther Fürth als Durchlauferhitzer nutzen kann um sich zu etablieren. Anschließend wird er aller Voraussicht nach beiden Klubs viel Geld einspielen, eine Rückkaufoption hat RB nicht. 

RB gibt Talente nicht mehr ablösefrei ab

Scholz sieht trotzdem eine Win-Win-Situation und seinen Verein diesbezüglich weiter als noch vor einiger Zeit. "Das ist schon ein großer Erfolg für die Jungs - und für unseren Verein eine Weiterentwicklung, Talente nicht ablösefrei nach der Jugend zu verlieren", sagt er. Der Blick auf die Vergangenheit gibt ihm recht. Für Abgänge aus der U19 fließt kaum Geld, oder es wird nicht bekannt. Im letzten Jahr gab RB beispielsweise Matthew Bondswell und Noah Jean Holm ablösefrei wieder ab, in die der Klub zuvor investiert haben dürfte. Das oberste Ziel bleibe aber die sportliche Entwicklung von eigenen Profis, sagt auch Scholz. Und daran gemessen muss Leipzig sich auf Hugo Novoa beschränken, dessen Weg nun besonders aufmerksam verfolgt wird.