"In die Scheiße gegriffen"

Bastian Dankert über Videoassistenten und die fatale Werner-Schwalbe

Von RBlive/msc 15.01.2022, 10:17 • Aktualisiert: 15.01.2022, 11:30
Bastian Dankert hätte sich in Leipzig einen Vieoassistenten gewünscht, als er Timo Werner einen Elfmeter zusprach.
Bastian Dankert hätte sich in Leipzig einen Vieoassistenten gewünscht, als er Timo Werner einen Elfmeter zusprach. imago/Norbert Schmidt

Schiedsrichter Bastian Dankert hat in seiner bisherigen Karriere 127 Spiele in der Bundesliga gepfiffen. Im Podcast "Mensch, Schiri" spricht er über seinen Weg die Erleichterung für Schiedsrichter durch den Videoassistenten und eigene Fehler.

Bei RB Leipzig "in die Scheiße gegriffen"

Diese zuzugeben sei auch für die Rolle auf dem Platz ein wichtiger Faktor. "Autorität erarbeitet man sich mit richtigen Entscheidung. Und wenn man etwas verkehrt, das auch zuzugeben und nicht über den Dingen zu stehen", sagt Dankert. Er habe "auch schon in die Scheiße gegriffen in Köln oder in Leipzig". In diesen Spielen lerne man, dass der Bundesligafußball auch anders ticken kann. Wie beim Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Schalke 04, als Timo Werner per Schwalbe einen Elfmeter rausholen konnte. 

Dankert war wochenlang Kritik ausgesetzt

Damals war Werner nicht der einzige, der ein wochenlanges mediales Echo über sich ergehen lassen musste. "Zunächst muss man sagen, solche Dinge wünscht man keinem. Du pfeifst das Spiel zu Ende und weißt, dass du nen Riesenbock gemacht hast", so Dankert über die Situation, als er RB Leipzig nach gerade mal 16 Sekunden im Dezember 2016 einen Elfmeter zusprach, den Werner anschließend selbst verwandelte. Leipzig gewann das Spiel mit 2:1 und nicht nur ganz Gelsenkirchen, sondern ein Großteil der Bundesligafans hatten den jungen Stürmer monatelang im Visier. "Was danach auf einen einprasselt, wenn man so verrückt ist, in den Kicker zu schauen oder seinen Namen googlet. Das ist nicht schön, auch nicht schön für die Familie", sagt auch Schiedsrichter Dankert.

Videoassistenten hätten geholfen

Damals hätte er auch einen Videoassistenten gut gebrauchen können, der erst später eingeführt wurde. "Das ging relativ schnell, weil ich mich mit dem Tool gut auskannte. Dann kam schnell die Einladung für die WM 2018 und wir haben dann schnell gelernt." Mittlerweile ist der Sportwissenschaftler so einer der erfahrensten Referees an den Bildschirmen geworden und war auch beim EM-Finale 2021 als Videoassistent eingeteilt. "Ich bin froh, dass wir jetzt den Backup haben", so Dankert.

Zum Schiedsrichterwesen ist er schon als Jugendspieler gekommen, weil sein damaliger Amateurverein mehr Aktive an der Pfeife brauchte. Bis heute ist er dabei geblieben. "Es gibt die Passion des Fußballs. Man muss ihn verstehen und mögen. Und man muss die 22 Charaktere auf eine schnelle Art und Weise einschätzen können. Das hat mir damals schon Spaß gemacht und ist heute zum Beruf geworden."