"Ist Nagelsmann noch der Richtige?"

FC Bayern nach Augsburg-Pleite in der Krise 

Von RBlive/dpa/fri Aktualisiert: 18.09.2022, 09:24
Bedient: Julian Nagelsmann nach der 0:1-Pleie gegen Augsburg.
Bedient: Julian Nagelsmann nach der 0:1-Pleie gegen Augsburg. IMAGO / kolbert-press

Nicht nur bei RB Leipzig kriselt es trotz des neuen Trainers Marco Rose weiter. Am Samstag kassierte der 46-Jährige gegen seinen Ex-Klub Mönchengladbach (0:3) die zweite Pleite im dritten Spiel auf der Bank der Sachsen. Bei Ex-Coach Julian Nagelsmann und dem FC Bayern ist die Stimmung nach vier sieglosen Bundesliga-Partien in Folge noch mehr auf dem Tiefpunkt.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat die Stars des FC Bayern München nach der Pleite beim FC Augsburg kritisiert und in die Pflicht genommen. "Die Jungs müssen sich schon besser konzentrieren und besser fokussieren, gieriger sein, die Spiele zu gewinnen", sagte der 45-Jährige am Samstag nach dem 0:1 in der Fußball-Bundesliga. Die Stimmung sei "natürlich am Boden".

"Wir alle sind jetzt gefragt, nicht nur Julian Nagelsmann"

Angesprochen auf die Bedeutung für Trainer Julian Nagelsmann sagte Salihamidzic: "Es bedeutet das für ihn, was es für uns alle bedeutet. Dass wir jetzt das nächste Spiel gewinnen müssen", sagte der Sportvorstand. "Die Jungs gehen jetzt zur Nationalmannschaft, was jetzt nicht optimal ist, aber wenn sie zurückkommen, werden wir uns vorbereiten und versuchen, das Spiel gegen Leverkusen zu gewinnen. Wir alle sind jetzt gefragt, nicht nur Julian Nagelsmann."

Vier sieglose Bundesliga-Partien der Münchner gab es zuletzt vor über 20 Jahren. "Wir haben seit vier Spielen in der Bundesliga nicht gewonnen, haben von zwölf möglichen Punkten drei geholt, deswegen bin ich schon ein wenig beunruhigt", sagte Salihamidzic bei Sky. "So wie wir heute gespielt haben, kann man in der Bundesliga nicht gewinnen." Der Rekordmeister habe "brutal Probleme gegen Mannschaften, die körperlich gegen uns spielen, die uns sozusagen auf die Socken hauen", sagte Salihamidzic.

Nagelsmann reagiert auf Pressekonferenz bockig

Auch Nationalspieler Thomas Müller wirkte nach dem vierten sieglosen Bundesliga-Spiel in Serie besorgt. "Nach vier Spielen ohne Sieg stehen wir natürlich fassungslos und bedröppelt da, da passt das Wetter natürlich so ein bisschen dazu, es wurde immer dunkler", sagte der 33-Jährige.

Auch der sichtbar enttäuschte Trainer Nagelsmann fand es "nicht so leicht, Worte zu finden". Mit Blick auf die nun anstehende Länderspielpause sagte er: "Über alles denke ich nach. Über mich. Über die Situation. Über alles." Bockig beklagte Nagelsmann zum wiederholten Male die fehlende Effizienz. Seine Spieler seien "einfach sehr Laissez-faire" aufgetreten.

Bericht: Nagelsmann fehlt es an Empathie

Aber die Probleme könnten auch von ihm ausgehen. Spiegel Online berichtete mit Verweis auf interne Quellen, dass es Nagelsmann bei der Verteilung der Minuten in seinem Star-Ensemble manchmal daran mangele, "die richtige Mischung aus Autorität und Einfühlungsvermögen zu finden". Ihm fehle es anders als Vorgänger Hansi Flick an Empathie.

In Folge der Krise spekulieren einige Medien sogar schon über die Entlassung des Erfolgstrainers. "Schon einmal musste ein Bayern-Coach während des Oktoberfests gehen", schreibt der Bayerische Rundfunk. Und der Doppelpass auf Sport1 will von den Fans auf Twitter wissen: "Ist Nagelsmann für Bayern noch der Richtige?"