Spätes Vollspann-Tor aus 25 Metern

Angeliño öffnet die Tür nach Sevilla

Von Martin Henkel Aktualisiert: 28.04.2022, 23:07 • 28.04.2022, 22:54
Held des Abends: RB Leipzigs Torschütze Angeliño.
Held des Abends: RB Leipzigs Torschütze Angeliño. (imago/Picture Point LE)

RB Leipzig hat sich im Hinspiel des Europa-League-Halbfinals gegen die Rangers aus Glasgow spät in der Partie eine ordentliche Ausgangsbasis für das Rückspiel in einer Woche gesichert. Angeliño traf in der 86. Minute mit einem Schuss aus 25 Minuten zum 1:0-Endstand ins Tor der Schotten.

Kaum Chancen bis zur Pause

Die Tür zum Finale in Sevilla am 18. Mai steht damit weiter offen, als das die vielen Minuten zuvor hätten erahnen lassen. Der Tabellenvierte der Bundesliga tat sich lange schwer gegen den Zweiten der schottischen Liga, und das obwohl eigentlich alles angerichtet war für einen erfolgreichen Europapokalabend: warme 15 Grad, ein volles Stadion und tausende schottische Fans, die am frühen Abend in einem 3000-köpfigen Fanzug friedlich zur Arena gezogen waren.

Drinnen konnte die Partie mit dem Setting allerdings lange Zeit nicht mithalten. RB-Coach Domenico Tedesco musste die drei gelbgesperrten Kevin Kampl, Willi Orban und Mohamed Simakan ersetzen. Er kompensierte diese Ausfälle mit einer Elf, in der mit André Silva und Yussuf Poulsen zwei echte Stürmer fehlten.

Die Sachsen dominierten deshalb das Spiel zwar, doch es sprangen bis zur Pause kaum echte Torchancen heraus. Christopher Nkunku hatte in der 17. Minute eine Einschiebemöglichkeit, sein Schuss aus elf Metern wurde geblockt. Eine Minute später sprintete Konrad Laimer in Position. Aus fünf Metern sprang ihm der Ball jedoch über den Schnürsenkel.

Die Schotten hatten so leichtes Spiel, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen. Auch einen Schuss von Angeliño konnten sie abwehren (31.). Größeren Enthusiasmus, als sich die Deutschen vom Leib zu halten, brachten sie bis zum Kabinenpäuschen nicht auf.

Nkunku trifft nach Solo das leere Tor nicht

Mit dem 0:0 konnten beide Teams für den Moment leben. Sie hatten sich 45 Minuten kennengelernt, ohne daran Schaden zu nehmen. Das sollte sich allerdings auch nach der Pause nicht groß ändern. Die zweite Hälfte begann mit einer Chance durch einen Schuss von Ryan Kent knapp am langen Pfosten vorbei (49.) und einem von Nkunku, den Rangers-Keeper Allan McGregor parierte (54.).

Danach wurde die Partie chaotisch, sie wogte hin und her. Erst in der 70. Minute gab es die nächste Gelegenheit. Nkunku umkurvte die halbe Schotten-Abwehr, auch McGregor, das leere Tor traf er aber nicht. In der 80. Minute flankte Angeliño auf den inzwischen eingewechselten Silva, der aber köpfte vorbei.

Fünf Minuten später lenkte McGregor einen Schuss von Tyler Adams über die Latte. Kurz darauf brach dann endlich das Bollwerg der Schotten auf. Nach einer abgewehrten Ecke wuchtete Angeliño aus dem Rückraum den Ball wie gemalt ins lange Eck.