ReLeGation in Dresden

Aufstieg Lautern: Welcher Ex-RB-Profi in die 2. Liga zurückkehrt

Der FCK steigt mit einem 2:0 in Dresden nach vier Jahren wieder in die 2. Liga auf. Dieser frühere Profi von RB Leipzig war mit dabei.

Von RBlive/hen mit dpa 24.05.2022, 23:18
Kehren zurück in die 2.Liga: der Kaders des 1. FC Kaiserslautern
Kehren zurück in die 2.Liga: der Kaders des 1. FC Kaiserslautern (imago/eibner)

Der 1. FC Kaiserslautern hat mit Herz und Leidenschaft die ersehnte Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga erkämpft und den vierten Absturz von Dynamo Dresden in die 3. Liga besiegelt. Durch das 0:2 (0:0) im Relegationsrückspiel am Dienstagabend vor 30 530 Zuschauern müssen die Sachsen wie 2006, 2014 und 2020 ihren Platz im Unterhaus räumen und zudem nach einem Pyro-Feuerwerk ihrer Fans kurz vor Schluss mit einem juristischen Nachspiel rechnen.

"Respekt an Dynamo"

Für die Pfälzer endet dagegen eine vierjährige Leidenszeit in der Drittliga-Tristesse. Daniel Hanslik in der 59. Minute und Philipp Hercher (90.+2) erzielten die umjubelten Tore zum Sieg, der nach dem torlosen Hinspiel den Ausschlag gab.

Mit dabei und mittendrin: ein Ex-RB-Profi. Terrence Boyd. Der gebürtige Bremer, der Nationalität nach US-Amerikaner, war von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Erst im Winter war er vom Halleschen FC in die Pfalz gewechselt. Von 2014 bis 2017 spielte er für Rasenballsport Leipzig und stieg in dieser Zeit in die 2. und in die 1. Liga auf.

Nach dem Spiel sagte der 31-Jährige: "Respekt an Dynamo Dresden. Das sind zwei so traditionsreiche Klubs, es ist schade, dass einer davon runtergehen muss. Und nun zu Lautern: Ich bin gerade sehr erleichtert und stolz. Ich bin zwar ein Bremer Jung', aber ich weiß, was das für die Stadt, die Region und den Klub bedeutet. Das ist einfach nur geil."

Nach dem zweiten FCK-Treffer in der Nachspielzeit war die Partie für mehrere Minuten unterbrochen, weil aus dem Dresdner Fanblock Leuchtraketen und Böller auf den Rasen geworfen wurden. Zudem wurden auf den Rängen Dynamo-Vereinsfahnen verbrannt. Schiedsrichter Daniel Siebert bewahrte dennoch die Ruhe und brachte das Spiel ordnungsgemäß zu Ende.

Löwe rettet gegen Boyd

Schon vor dem Anpfiff herrschte in der ausverkauften Arena eine heiße Atmosphäre. Dresdens Anhänger pushten ihr Team mit einer riesigen Leinwand, auf der unter dem Bild eines Pitbulls der Spruch prangte: «Zähne zeigen - Klasse halten». Aus dem mit 3000 FCK-Fans besetzten Gästeblock flogen derweil mehrere Böller, weshalb die Partie zwei Minuten später angepfiffen wurde.

Als sich der Rauch verzogen hatte, ging es auf dem Rasen ordentlich zur Sache. Beide Teams agierten schwungvoll und suchten ihr Heil in der Offensive - zunächst mit Vorteilen für den Gastgeber, der durch Christoph Daferner zur ersten Chance im Spiel kam. Der Schuss des Angreifers verfehlte das FCK-Tor nur knapp. Auf der Gegenseite rettete Dynamo-Verteidiger Chris Löwe, der von 2013 bis 2016 für die Roten Teufel spielte, bei einem Kopfball von Terrence Boyd kurz vor der Linie.

Mitte der ersten Halbzeit dann ein Schockmoment für die Sachsen: der bereits angeschlagene Mittelfeldabräumer Yannick Stark knickte ohne gegnerische Einwirkung um und musste vom Platz. Damit stand Dynamo plötzlich ohne gelernten Sechser da, weil die verletzten Paul Will und Michael Akoto ohnehin fehlten. Für Stark kam der offensiv ausgerichtete Oliver Batista Meier.

Raab unüberwindbar

In der Folge gab es in dem von beiden Teams mit großer Leidenschaft geführten Abnutzungskampf viel Leerlauf, ehe Dresden kurz vor der Pause noch einmal an der Führung schnupperte. Ransford-Yeboah Königsdörffer kam im Strafraum zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz. So ging es torlos in die Kabinen.

Nach dem Wechsel ging es mit der gleichen Intensität weiter. Kaiserslautern agierte zunächst etwas druckvoller und belohnte sich für den Mut. Nur 60 Sekunden nach einer Großchance für Boyd, dessen Kopfball Dynamo-Torwart Kevin Broll glänzend parierte, traf Hanslik mit einem Flachschuss ins kurze Eck.

Dresden schüttelte sich nach dem Rückstand kurz und drängte vehement auf den Ausgleich. Doch weder Daferner noch Batista konnten FCK-Torwart Matheo Raab überwinden. In der Schlussphase hätten Boyd und Hanslik für die Roten Teufel erhöhen können. Für Dynamo vergab der eingewechselte Panagiotis Vlachodimos kurz vor dem Ende die Riesenchance zum Ausgleich, als er freistehend an Raab scheiterte. So jubelte am Ende der FCK.