Transfergerüchte Berater-Draht zu RB: Hilft er Leipzig im Poker um Lille-Star Pardo?
RB Leipzig bietet 35 Millionen Euro für Matias Fernandez-Pardo. Im Poker mit Lille könnte Rasenballsort ein alter Draht zur Beraterseite helfen. Doch Lille fordert eine XXL-Summe.

Leipzig/hen – RB Leipzig macht Ernst, um Matias Fernandez-Pardo an den Cottaweg zu holen. Nach Informationen von Transferexperte Fabrizio Romano haben die Rasenballsportler dem OSC Lille rund 35 Millionen Euro inklusive Boni für den 21 Jahre alten belgischen Nationalspieler geboten. Auf französischer Seite ist die Personalie wohl Chefsache: Lille-Chef Olivier Létang führt die Verhandlungen persönlich, berichtet Foot Mercato.
Tempo, Wucht, Tiefenläufe
Der Rechtsfuß passt sportlich ins RB-Profil. Fernandez-Pardo kommt ursprünglich vor allem über den linken Flügel, kann auch rechts spielen und wurde in Lille zuletzt zunehmend zentral eingesetzt. Als beweglicher Angreifer bringt er Tempo, Wucht, Tiefenläufe und Eins-gegen-eins-Qualität mit. In der vergangenen Ligue-1-Saison erzielte er in 29 Spielen acht Tore.
Dass Lille überhaupt über einen Verkauf nachdenkt, liegt vor allem am Spieler selbst. Fernandez-Pardo will den Vorsaisondritten der Ligue 1 unbedingt verlassen. Das Verhältnis zum Klub ist inzwischen angespannt. In einem Testspiel gegen Everton verweigerte der Belgier sogar seine Einwechslung. Trainer Davide Ancelotti bestätigte anschließend, dass keine Verletzung vorgelegen habe und Fernandez-Pardo selbst entschieden habe, nicht auf den Platz zu gehen.
Große Konkurrenz für RB
Die Konkurrenz ist allerdings nicht ohne. Atlético Madrid bietet rund 35 Millionen Euro inklusive Boni, mittlerweile sollen die Spanier sogar auf mehr als 40 Millionen Euro gegangen sein. Auch Arsenal beobachtet die Situation, Liverpool und Chelsea wurden ebenfalls als Interessenten genannt.
Interessant ist zudem die Beraterseite. Fernandez-Pardo wird von der Unique Sports Group vertreten. Einer der prägenden Köpfe der Agentur in Deutschland ist Gordon Stipic-Wipfler. Der kennt RB-Sportchef Marcel Schäfer aus dessen Wolfsburger Zeit: Stipic vertrat ab 2024 Ex-VFL-Innenverteidiger Maxence Lacroix, als Schäfer noch Geschäftsführer Sport beim „Wölfe“-Klub war.
Schäfer kennt Pardo-Berater
Auch zu RB besteht ein direkter Unique-Draht. Max Finkgräfe, den Leipzig 2025 vom 1. FC Köln verpflichtete, wird ebenfalls von der Agentur vertreten. Für Unique ist die Leipziger Führung damit kein unbekannter Verhandlungspartner.
Der große Haken bleibt der Preis. Fernandez-Pardo steht noch bis 2029 unter Vertrag. Foot Mercato berichtet, dass Lille mehr als 70 Millionen Euro verlangt und nur bei einer außergewöhnlichen Offerte verkaufen will. RBs bisheriges Paket liegt dagegen bei rund 35 Millionen Euro.
Ausgebildet in Lille
Fernandez-Pardo ist in Brüssel aufgewachsen und spielte zunächst im Nachwuchs des RSC Anderlecht und des KV Mechelen, ehe ihn Lille bereits als Neunjährigen nach Frankreich holte. Nach sechs Jahren in der LOSC-Akademie wechselte er 2020 zu KAA Gent, wo er 2023 sein Profidebüt gab. Im Sommer 2024 holte Lille den Angreifer zurück.
Den nächsten Sprung machte Fernandez-Pardo 2026 auch international: Ohne zuvor für Belgiens A-Nationalmannschaft gespielt zu haben, berief ihn Nationaltrainer Rudi Garcia überraschend in den WM-Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Dort kam der 21-Jährige in drei Partien zum Einsatz, saß ab der K.o.-Runde aber auf der Bank (drei Partien).