RB Leipzig

„Black lives matter”: Tyler Adams (RB Leipzig) protestiert gegen Polizeigewalt in den USA

Von (RBlive/ukr/dpa) 02.06.2020, 10:49
„Gemeinsam werden unsere Stimmen für Gerechtigkeit sorgen”: Tyler Adams.
„Gemeinsam werden unsere Stimmen für Gerechtigkeit sorgen”: Tyler Adams. Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Tyler Adams hat sich beim Spiel von RB Leipzig in Köln am Montagabend den Protesten schwarzer Spieler aus der Fußball-Bundesliga gegen Polizeigewalt angeschlossen, die sich auf den gewaltsamen Tod des US-Amerikaners George Floyd beziehen.

Adams lief gegen den 1. FC Köln mit der Botschaft auf seinen Schuhen auf: „Black lives matter” - Schwarze Leben zählen. Und auf dem anderen Schuh stand: „Justice 4 George”.

Tyler Adams: „Ich bin traurig und frustriert”

Dazu veröffentlichte der US-Amerikaner bei Instagram diese Botschaft: „Als Afroamerikaner, der Tag für Tag stolz darauf ist, Amerika in der Welt zu vertreten, bin ich traurig und frustriert. Gemeinsam werden unsere Stimmen für Gerechtigkeit sorgen. Genug ist genug. Schwarze Leben zählen. Schwarze Leben inspirieren. Gerechtigkeit für Floyd. Für immer eine Nation, ein Team. Auf und neben dem Feld.”

Der Tod von Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes bewegt derzeit die USA. Am Ende der Festnahme durch vier Beamte kniete ein Polizist fast neun Minuten lang auf dessen Hals. Floyd sagte: „I can't breathe”, und starb an den Folgen des Einsatzes. Seitdem kommt es in diversen Städten der USA zu massiven Protesten gegen Rassismus und Ausschreitungen. Auch zahlreiche US-Sportler äußerten sich wütend.

Und auch in der Bundesliga bezogen diverse Profis Stellung. Anthony Modeste vom 1. FC Köln hat sich mit einem Torjubel den Protesten angeschlossen. Der französische Stürmer zeigte nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:3 gegen demonstrativ seine helle Innenseite der rechten Hand und die dunkle Außenseite der linken Hand nebeneinander. Auf Instagram schrieb er zu einem Foto dieser Szene: „#noracism#strongertogether#justiceforgeorgefloyd”

Schalkes Weston McKennie trug eine Armbinde mit der Aufschrift „Justice for George”, Mönchengladbachs Marcus Thuram fiel demonstrativ auf ein Knie und die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi brachten ihren Protest auf einem T-Shirt zum Ausdruck. 

DFB will Botschaften mit „Besonnenheit und Augenmaß” bewerten

DFB-Präsident Fritz Keller hatte Verständnis und „großen Respekt” dafür geäußert. Zwar sind politische Botschaften untersagt, doch die Profis haben wohl nicht mit Strafen zu rechnen. „Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Kontrollausschuss das Thema mit Besonnenheit und Augenmaß behandeln wird”, sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. Es solle festgestellt werden, „ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind”, hatte DFB-Vizepräsident Rainer Koch gesagt. In den DFB-Regeln heißt es unter anderem, dass die Spieler keine Unterwäsche mit „politischen, religiösen oder persönlichen Slogans” zeigen dürfen. (RBlive/ukr/dpa)

Bisher gab es in solchen Fällen in Deutschland auch keine Sperren oder hohe Geldstrafen. „In der Vergangenheit war es üblicherweise so, dass die betroffenen Spieler vom Kontrollausschuss ermahnt wurden”, sagte der 69 Jahre alte Lorenz. Die Fälle könnten theoretisch vor dem DFB-Sportgericht landen, zunächst einmal befasst sich aber der Kontrollausschuss damit.