Letzte Chance Griechenland Gegen Serbien nur auf der Bank: Lässt Ex-Chef Klopp Raum und Baku überhaupt vorspielen?
David Raum und Ridle Baku kennen Jürgen Klopp noch aus Leipzig – gegen Serbien saßen beide dennoch 90 Minuten auf der Bank. Vor dem Spiel in Griechenland stellt sich die Frage: Bekommen die RB-Profis unter ihrem Ex-Chef überhaupt noch ihre Chance?

Leipzig/hen – Für David Raum und Ridle Baku sollte die erste Länderspielphase unter Jürgen Klopp eigentlich zu Spielminuten führen. Man kennt sich schließlich. Bis zu seinem Wechsel zum DFB war Klopp als „Head of Global Soccer“ für die Fußballaktivitäten von Red Bull verantwortlich – und damit auch übergeordnet für RB Leipzig. Nun trafen sich die Wege bei der Nationalmannschaft wieder. Gespielt haben Raum und Baku unter ihrem Ex-Chef allerdings nicht.
Janelt hält die RB-Fahne hoch?
Noch nicht - ist die Frage. Oder war es das schon mit diesem Partienblock für die zwei Außenverteidiger von Rasenballsport, die beim gestrigen 2:0 gegen Serbien über die kompletten 90 Minuten auf der Bank saßen. Auf der linken Abwehrseite setzte Klopp auf Maximilian Mittelstädt, rechts begann Philipp Treu. Und auch als der Bundestrainer wechselte, blieben die beiden Leipziger draußen. Stattdessen erhielten unter anderem die Neulinge Said El Mala, Mika Baur und Vitaly Janelt Einsatzzeit. Janelt ist Ex-RB-Spieler, war früher im Nachwuchs am Cottaweg, das kann man in der Geschäftsstelle als kleinen RB-Viertel-Einsatz verbuchen. Der 28-Jährige kam in der 88. Minute zu seinem Debüt.
Damit bleibt den beiden RB-Profis in diesem Länderspielfenster nur noch eine Chance: das Rückspiel gegen Griechenland am Sonntag in Thessaloniki. Ob Klopp dort Raum oder Baku einsetzen wird, ließ er nach dem Serbien-Spiel offen. Konkrete Hinweise auf eine Rotation gab der 59-Jährige bislang nicht. „Unser Fußball muss konstant bleiben. Die Aufstellung kann es nicht“, sagte Klopp lediglich grundsätzlich über seine Personalentscheidungen.
Raum gehört zu den Routiniers
Bemerkenswert ist die Situation auch deshalb, weil Klopp seinen ungewöhnlich großen Pool von insgesamt 44 Spielern ausdrücklich damit begründet hatte, möglichst viele Kandidaten kennenlernen zu wollen. „Ich möchte in der Zeit so viele Spieler wie möglich kennenlernen“, sagte er bei der Nominierung. Eine Einsatzgarantie leitete er daraus allerdings nicht ab. Im Gegenteil: Für Klopp sei ein Kader stets darauf ausgerichtet, „das nächste Spiel zu gewinnen“.
Raum gehört mit inzwischen 39 A-Länderspielen zu den erfahrenen Spielern im zweiten Aufgebot, Baku kommt bislang auf acht Einsätze. Beide waren auch schon vor Klopps Amtsantritt Teil des DFB-Kreises. Dennoch mussten sie beim ersten Auftritt ihres Kaders zusehen, während der Bundestrainer gleich fünf Spielern ihr Debüt ermöglichte.
Für Raum und Baku wird das Spiel in Griechenland deshalb zum vorerst letzten möglichen Vorspielen unter dem früheren Leipziger Oberboss. Danach dürfte er aus seinen zwei Casting-Gruppen ein Team bauen, auf das er demnächst baut.