RB Leipzig

Dominant nach der Pause: RB Leipzig spielt remis im Test gegen Ajax Amsterdam

Von Martin Henkel 31.07.2021, 17:52
Mein Ball! RB Leipzigs Kevin Kampl behauptet sich gegen Ajax' Noussair Mazraoui
Mein Ball! RB Leipzigs Kevin Kampl behauptet sich gegen Ajax' Noussair Mazraoui imago images/ANP

RB Leipzig hat im dritten Testspiel zur Vorbereitung auf die neue Saison das drittmögliche Ergebnis erzielt. Nach einem 1:0 gegen Alkmaar und einem 1:2 gegen Montpellier in den Partien zuvor spielte der Bundesligist dieses Mal unentschieden. Der Vizemeister trennte sich von Ajax Amsterdam 1:1 (0:1). Die Niederländer gingen durch Dusan Tadic in Führung (4.), Christopher Nkunku glich aus.

Es fehlen Speed und Genauigkeit

RB-Coach Jesse Marsch konnte zur Hälfte zufrieden sein - und zwar mit der zweiten. In der war sein Personal klar besser. Halbzeit eins hingegen war geprägt vom frühen Rückstand, viel Engagement, aber wenig Struktur im Spiel nach vorn. Es fehlte an Speed, auch im Kopf, und Genauigkeit.

Im Stadion hinterm Maisfeld in Gröding hatte der US-Amerikaner seine aktuell fitteste Elf aufgestellt; nicht unbedingt die talentierteste. Potenzielle Stammspieler wie Emil Forsberg, Marcel Sabitzer, Lukas Klostermann, Konrad Laimer oder Toptop-Neuzugang André Silva hatten zuvor den saudi-arabischen Klub Al-Hilal im benachbarten Anif getestet. Forsberg erzielte per Foulelfmeter den einzigen Treffer der Partie (41.), das Team nahm eine Viertelstunde nach Anpfiff auf der Tribüne Platz.

Gegen die Niederländer standen deshalb zu Beginn Spieler wie Zugang Mohamed Simakan, Willi Orban, Kevin Kampl, Alexander Sörloth, Christopher Nkunku, Angelino oder Nachwuchsspieler Hugo Novoa auf dem Platz. Es ging mit Verve los, aber der Elan der Leipziger wurde schnell ausgebremst: Ajax-Kapitän Tadic erzielte früh nach einem Konter das 1:0.

Hauch von Europa

Ein Raunen ging durch das Stadion, unklar war allerdings, wer sich freute oder dachte: Echt jetzt, so früh schon?! Fans aus Leipzig und Amsterdam saßen zusammen in einem Block, die anderen zwei des zum Maisfeld hin offenen Goldberg-Stadions waren coronabedingt spärlich besetzt; 820 Zuschauer durften nur hinein.  Die meiste Stimmung wummerte deshalb aus den bis zum Anschlag lauten Speakern des Stadionsprechers, der sich redlich bemühte, dem Übungsspiel das Flair von Europa und Champions League zu verleihen.

Bei den Spielern kam das nur bedingt an. RB, von Coach Jesse Marsch in einem 4-2-3-1 mit dem Ball und einem 4-3-3 dagegen aufgestellt, stand solide in der Defensive, war griffig, bemüht, heiß, hatte ein paar gute Pressingmomente. Nach vorn aber ging wenig bis ganz wenig bzw. gar nichts. Eine echte Torchance hatte die Reisegruppe aus der Messestadt bis zur Pause keine. Ajax Amsterdam, neben Tadic mit Nationalspieler Danny Blind und dem ehemaligen Werder-Profi Davey Klaassen besetzt, aber auch nicht.

In der Kabine hatte Jesse Marsch offenbar keine Lust auf zu viele Experimente und schickte deshalb in Halbzeit zwei dieselbe Elf wie zu Beginn des Spiels. Sein Personal zahlte das Vertrauen zurück und glich durch Christopher Nkunku in der 54. Minute aus. Amadou Haidara hatte den Konter eingeleitet und seinen französischen Kollegen in die Gasse geschickt.

Chancen im Minutentakt

Leipzig hatte Ajax jetzt am Wickel. Es folgte ein Abseitstor von Kampl (56.) und eine Großchance des mittlerweile für Novoa ins Spiel gekommenen Lazar Samardzic, der aus einem Meter an Stekelenburg scheiterte (57.). Eine Minute später schoss Nkunku knapp über die Latte (58.).

Danach atmeten beide Team ein wenig durch, ehe RB den Druck noch einmal erhöhte. Wieder fiel ein Treffer aus dem Abseits heraus, diesmal traf regelwidrig Alexander Sörloth ins Niederländer-Tor (68.). Zu diesem Zeitpunkt war Ajax mit dem Remis gut bedient, RB das bessere Team, wobei Amsterdam-Coach Erik ten Hag mittlerweile eine Menge Youngster auf dem Rasen stehen hatte. Allerdings agierte mit Sidney Raebiger ab der 66. Minute (für Amadou Haidara) auch bei den Deutschen ein 16-Jähriger mit.

Die letzte Viertelstunde verwalteten beide Mannschaften das Unentschieden, wohl wissend, dass Fitness und Rhythmus in der Vorbereitung noch mangelhaft sind. Zählbares ergab sich deshalb nicht mehr. (RBlive/hen)